Neupriester Andreas Kolb feiert ersten Gottesdienst Primiz auf der Kampenwand

05.07.2020

Neupriester Andreas Kolb ist ein begeisterter Bergsteiger. Die Kampenwand bot bei herrlichem Wetter eine Traumkulisse für seinen Primizgottesdienst. Wegen Corona gab es allerdings auch Einschränkungen.

Andreas Kolb spendet mit Mundschutz den Primizsegen.
Andreas Kolb spendet seiner Mutter den Primizsegen. Rechts daneben steht sein Vater. © Hans Rath

Aschau im Chiemgau – Der Corona-Virus hat es erforderlich gemacht, dass die Primiz des Mühldorfer Neupriesters Andreas Kolb nicht wie geplant in seiner Heimatpfarrei St. Nikolaus stattfinden konnte. Da der junge Mann ein begeisterter Bergfex ist, wurde umgeplant, die Primiz fand auf der Kampenwand statt. Um 11 Uhr begann die Messe bei herrlichstem Bergwetter. Coronabedingt konnten nur 50 Gäste daran teilnehmen – Familie und Freunde sowie viele Begleiter aus der theologischen Ausbildung im Priesterseminar.

Herrlicher Blick auf den Chiemsee

Einige Unentwegte trafen sich bereits um 8 Uhr am Parkplatz Hintergschwend/Aigen und begannen den besonderen Tag mit einer zweistündigen Bergwanderung. Andere nutzten die Seilbahn, um nach oben zu kommen. Von der Bergstation der Kampenwandbahn eine knappe halbe Stunde zu Fuß entfernt liegt die Steinlingalm. Von dort blickt man einerseits hinunter ins Tal, erkennt den Chiemsee mit Herren-, Kraut- und Fraueninsel, auf der anderen Seite steht man staunend vor dem gigantischen Massiv des Kampenwandgipfels.

Dort oben, direkt neben der Steinlingalm, gibt es eine idyllisch gelegene Kapelle, wo ein Altar aufgebaut und ein Areal abgegrenzt war. Die Kapelle ist nicht besonders groß, genau genommen passen dort nur vier Bläser der Obinger Blaskapelle hinein, zwei Trompeter und zwei Posaunisten.

Offen, authentisch und fröhlich

In Obing ist Andreas Kolb derzeit noch als Diakon tätig. Seinen ersten Gottesdienst als geweihter Priester hielt er zusammen mit Diakon Wolfgang Mösmang aus Obing und mit Diakon Josef Schmid aus Aschau im Chiemgau. Zwei Ministrantinnen aus Mühldorf waren ebenfalls mit von der Partie. Der Obinger Diakon Mösmang hielt die Predigt. Er begrüßte dabei auch die Festgäste auf vier Beinen, denn es hatten sich doch tatsächlich einige neugierige Kühe an die abgegrenzte Fläche herangewagt. Vorab hatte er Mitglieder seiner Pfarrei nach Eigenschaften von Andreas Kolb befragt, die häufigsten Antworten waren: Er ist offen für Neues, geht offen auf andere zu, er ist authentisch und fröhlich. Er kümmert sich um andere und lässt niemanden zurück. Die Aufgaben der Gläubigen in den Gemeinden, in die er nun kommen wird, sei es, für Andreas Kolb zu beten und ihm Halt zu geben, so dass er nie sagen müsse, das Feuer des Glaubens sei in ihm erloschen.

Kommunion unter strengen Hygienevorschriften

Die Kommunion wurde unter strengen Hygienevorschriften ausgeteilt, alle trugen dabei ihre Schutzmasken, es wurde Desinfektionsspray eingesetzt. Mit „Großer Gott, wir loben Dich“ endete der gelungene Gottesdienst. Der Primiziant bedankte sich abschließend bei seinen Eltern „für die Atmosphäre zuhause, in der man Priester werden kann“. Im Anschluss spendete Andreas Kolb jedem Besucher des Gottesdienstes einzeln seinen Primizsegen.

Um die angespannte Lage der Almhütten zu entschärfen, war bereits vorab in einem Infoblatt vom Primizianten gebeten worden, Brotzeit und Getränke selbst mitzubringen und ein Picknick zu machen. Dieser Aufforderung wurde bereitwillig Folge geleistet. Bei allerschönstem Bergwetter ein absolutes Vergnügen.

Erwartungen wurden übertroffen

Zu seinen Eindrücken über seine Primiz befragt, antwortete der junge Kaplan: „Meine Erwartungen wurden übertroffen, es hat alle super gepasst. Ich bin nur traurig, dass so viele nicht dabei sein konnten. Aber es werden noch Nachprimizen folgen, ich werden Altenheime und Familien besuchen. Wenn es die Umstände wieder erlauben, wird es ein großes Fest geben.“ Alle, die bei dieser besonderen Primiz dabei waren, werden dieses Fest sicher sehr lange nicht vergessen (Hans Rath)

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