Jom Haschoah Projektion an Münchner Hauptsynagoge

07.04.2021

Corona schränkt die Möglichkeiten zu Gedenkveranstaltungen weiter ein. So werden am Mittwochabend zum Holocaust-Gedenktag 4.500 Namen ermordeter jüdischer Münchner auf die Fassade der Hauptsynagoge projiziert.

Ohel-Jakob-Synagoge München
An die Wand der Ohel-Jakob-Synagoge in München werden zum Holocaust-Gedenken die Namen ermordeter Münchner Juden projiziert. © IMAGO/imagebroker

München – In München wird am 7. April öffentlich an die Opfer der jüdischen Gemeinde erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. Anlässlich des Holocaust-Gedenktages Jom Haschoah werden am 7. April zwischen 20 und 22 Uhr die Namen von 4.500 ermordeten jüdischen Münchnern auf die Fassade der Hauptsynagoge am Sankt-Jakobs-Platz projiziert.

Da pandemiebedingt auch in diesem Jahr viele Gedenkveranstaltungen nur eingeschränkt stattfinden könnten, habe man sich für diese Form entschieden, erklärte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG), Charlotte Knobloch, am Dienstag. Die Vergangenheit sei in einer Stadt wie München überall lebendig. "Gerade weil meine Heimatstadt heute eine andere ist als von 1933 bis 1945, weil sie Demokratie, Menschenwürde und Toleranz hochhält, ist es besonders wichtig, die Erinnerung an die NS-Zeit wachzuhalten."

4.500 Namen von sechs Millionen

Jeder der projizierten Namen erinnert laut Knobloch daran, was Menschen Menschen antun können. Es seien 4.500 Namen von sechs Millionen, und jeder erzähle die Geschichte eines Lebens, das zu früh endete. Diese Namen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, sei das Mindeste, "was wir in den nachfolgenden Generationen tun können - und müssen".

Jom Haschoah ist ein im Staat Israel entstandener Gedenktag für die Opfer des Holocaust. Er findet jährlich am 27. Tag des Monats Nissan statt und währt, wie jedes Datum im jüdischen Kalender, von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang. Dieses Mal ist es der Zeitraum vom 7. bis 8. April. Viele jüdische Gemeinden in aller Welt, darunter auch die IKG München und Oberbayern, begehen Jom Haschoah neben weiteren staatlichen oder lokalen Gedenktagen. In Israel heulen im ganzen Land für mehrere Minuten die Sirenen, das öffentliche Leben kommt während dieser Zeit vollständig zum Stillstand. (kna)


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