95 Thesen veränderten die Welt Protestanten gedenken der Reformation

31.10.2013

Heute Gedenken Protestanten der Reformation. Einen Tag vor Allerheiligen im Jahr 1517 soll der Augustinermönch Martin Luther 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen haben. Diese Tat löste weltweit Veränderungen aus.

Lutherdenkmal vor dem Rathaus in Wittenberg (Bild: steschum - Fotolia.com)

1517, einen Tag vor Allerheiligen, soll der Augustinermönch Martin Luther (1483-1546) 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen haben. Darin kritisierte er die Ablasspraxis der Kirche. Diese Tat löste weltweit Veränderungen aus, nicht nur in Kirche und Theologie, sondern auch in Musik, Kunst, Wirtschaft und Sozialem. Ob sich der Thesenanschlag so zugetragen hat, bezweifeln neuere Forschungen.

Luthers Anliegen war die Wiederherstellung einer dem Evangelium gemäßeren Kirche. Zentrale Voraussetzung dafür war seine Übersetzung der Heiligen Schrift ins Deutsche. Ursprünglich wurde das Fest an unterschiedlichen Terminen gefeiert, etwa an Luthers Geburts- oder Todestag. Zur 150. Wiederkehr des Thesenanschlags 1667 setzte Kurfürst Georg II. von Sachsen den 31. Oktober als Gedenktag fest.

Der Reformationstag ist in den neuen Bundesländern gesetzlicher Feiertag, in Berlin und den alten Ländern nicht. Der Feiertag steht im Zeichen der Selbstbesinnung. 1999 unterzeichneten Katholiken und Lutheraner am Reformationstag die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre", die einen Konsens der Kirchen in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre, dem Herzstück der Theologie Luthers, besiegelt.

Mit Blick auf den 500. Jahrestag der Reformation 2017 begeht die evangelische Kirche seit 2008 eine Reformationsdekade. In zehn Themenjahren soll verdeutlicht werden, was Reformation bedeutet. 2013 stand unter dem Leitwort "Reformation und Toleranz". Das nächste Themenjahr, das am Donnerstag eröffnet wird, steht unter dem Motto "Reformation und Politik". Der 31. Oktober 2017, ein Dienstag, steht in manchen Bundesländern bereits als einmaliger gesetzlicher Feiertag fest. Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, das Saarland, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen haben entweder bereits entsprechende Beschlüsse gefasst oder zumindest Unterstützung signalisiert. Die Initiative wird von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützt. Vorbehalte gibt es dagegen in der Wirtschaft. (kna)


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