Brandverhütung Regelmäßige Übungen am Münchner Dom

16.04.2019

Nach dem verheerenden Brand von Notre Dame in Paris wird auch nach den Schutzmassnahmen für deutsche Dome gefragt. Der Münchner Feuerwehrchef Wolfgang Schäuble spricht von ständigen Verbesserungen.

Die Münchner Domtürme sind mit vielen Brandschutzeinrichtungen ausgestattet. © Kiderle/SMB

München – Wasser von außen oder oben, das hilft bei einem Dachstuhlbrand nicht viel. Das macht Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble gleich zu Beginn der Pressekonferenz klar, zu der die Münchner Feuerwehr nach dem Brand von Notre Dame eingeladen hat. Das Gewicht des Wassers kann sogar den Einsturz des Gewölbes auslösen. „Entscheidend ist immer die Brandfrüherkennung“, so Schäuble. Zusammen mit dem Erzbischöflichen Ordinariat würden entsprechende Anlagen zurzeit im Münchner Dom eingebaut und seien teilweise schon in Betrieb, die Schutzmaßnahmen würden laufend verbessert.

Feuerrisiko Baustelle

Sollte es dort tatsächlich einmal brennen, dann könnte auch schnell von innen gelöscht werden, denn die entsprechenden Steigleitungen für die Wasserzufuhr sind vorhanden. „Prinzipiell kann so ein Brand wie in Notre Dame aber überall passieren“, erklärt der Leiter der Münchner Feuerwehr. So bedeute etwa ein Baustellenbetrieb mit offenem Feuer oder Schweißarbeiten selbst bei entsprechenden Schutzvorkehrungen immer ein erhöhtes Risiko. Die Brandfrüherkennungsanlagen im Münchner Dom und anderen historischen Gebäuden in der Landeshauptstadt seien jedoch schon jetzt auf einem hohen Stand. Mindestens einmal im Jahr üben die Münchner Feuerwehrleute auch den Ernstfall im Dom. In den Einsatzplänen sind die genauen Anfahrtswege, die Einstiegsmöglichkeiten für eine direkte Feuerbekämpfung und Brandschutztüren eingezeichnet.

Brandschutzdirektor Wolfgang Schäuble in der Münchner Feuerwache 1: Regelmäßig üben die Feuerwehrleute den Ernstfall, wenn es im nur wenige hundert Meter entfernten Dom einmal brennen sollte. © Bierl/SMB

Kirchengroßbrände sind selten

Auch ein Konzept zur Rettung von Kulturgütern liegt den Feuerwehrleuten vor. Darin ist festgelegt, welche Kunstwerke zuerst zu bergen sind, wenn das noch möglich ist. Dass ein Großbrand im Innern des Doms ausbricht, hält Oberbranddirektor Schäuble im Übrigen für wenig wahrscheinlich. „Im Verhältnis zum Volumen des Raums ist dort nur relativ wenig Holz eingebaut.“ Gefährlich seien dagegen alle Räume, „die hoch, tief oder groß und schwer zugänglich sind.“ So wie eben ein riesiger Dachstuhl mit Holz und Luft. Grundsätzlich kommen Kirchengroßbände in München eher selten vor. Die letzte derartige Katastrophe geschah in der Nacht vom 25. auf den 26. November 1994. Damals brannte die Herz-Jesu-Kirche in Neuhausen vollständig nieder. In Wörth bei Erding war am Ostersonntag 2016 ein vernichtendes Feuer zu beklagen.

Der Autor
Alois Bierl
Chefreporter Sankt Michaelsbund
a.bierl@st-michaelsbund.de


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