Seelsorge vor Ort Regionen des Erzbistums München und Freising

31.07.2018

Das Erzbistum München und Freising ist in drei Seelsorgsregionen aufgeteilt. Die Weihbischöfe sind jeweils für eine Region zuständig. In der Münchner Kirchenzeitung haben sie diese vorgestellt.

Die Lieblingsorte der Weihbischöfe.
Die Lieblingsorte der Weihbischöfe. © SMB

Weihbischof Wolfgang Bischof ist für die Region Süd im Erzbistum München und Freising zuständig.

Münchner Kirchenzeitung (MK): Wie viele Gläubige/Pfarreien/Pfarrverbände zählt Ihre Seelsorgsregion? Wie groß ist sie ungefähr in Quadratkilometern?
Weihbischof Bischof: In der Seelsorgsregion Süd lebten zum 31. Dezember 2017 rund 530.000 Katholiken. Diese leben in 278 Pfarreien, Pfarrkuratien oder Kuratien. Davon bilden derzeit 260 Seelsorgestellen Pfarrverbände. Insgesamt wurden in der Seelsorgsregion Süd mittlerweile 85 Pfarrverbände errichtet. Mit ihren 6.617 Quadratkilometern ist die Seelsorgsregion Süd von der flächenmäßigen Ausdehnung her die größte der drei Seelsorgsregionen.

MK: Welche besonders bedeutenden Kirchen und Klöster besitzt die Region?
Weihbischof Bischof:
Die Seelsorgsregion Süd ist geprägt von ihren Kirchen, Kapellen und Klöstern. In der Seelsorgsregion liegen 278 Pfarrkirchen, 234 Filialkirchen, 201 Nebenkirchen, 254 Allgemeine Kapellen, 38 Friedhofskapellen, 442 Privatkapellen und 3 Klosterkirchen. In der Summe sind dies 1.450. Darunter sind auch mehrere Touristenmagnete wie zum Beispiel Frauenchiemsee, Tegernsee, Kloster Ettal, Kloster Schäftlarn, Maria Eck, Birkenstein und viele mehr.

MK: Wie prägt die Landschaft die Menschen, vor allem auch in ihrem Glaubensleben?
Weihbischof Bischof:
Die Seelsorgsregion ist sicher auch geprägt von einem wirtschaftlichen Wohlstand, wobei es regionale Unterschiede gibt. In weiten Teilen spielt der Tourismus eine starke Rolle. Grundsätzlich sinkt die Zahl der Katholiken, allerdings sehr langsam. Im Jahr 2000 waren es noch 557.743, damit sank die Zahl von 2000 auf 2016 um etwa vier Prozent. Die Seelsorgsregion Süd ist immer noch eine katholisch geprägte Region. Derzeit sind etwa 59 Prozent der Einwohner katholisch.

Weihbischof Wolfgang Bischof
Weihbischof Wolfgang Bischof © EOM

MK: Wo liegen für Sie besondere Seelsorgezentren, gibt es ein, zwei besondere pastorale Leuchtturmprojekte?
Weihbischof Bischof: Ich denke da an das neue kollegiale Leitungsmodell im Pfarrverband Feldkirchen-Höhenrain-Laus sowie an die pastorale Begleitung der Passionsspiele in Oberammergau im Jahre 2020.

MK: Was ist für Sie persönlich Ihr Lieblingsort, Ihre Lieblingskirche? Warum?
Weihbischof Bischof: Das ist gar nicht so einfach. Ganz spontan fallen mir schon drei Orte ein, mit denen ich eine ganz besondere Verbindung habe. Da ist zum einen natürlich meine Kaplansstelle in Miesbach. Zum anderen auch das pastorale Zentrum, das sich im Kloster Reisach bildet. Auch Rosenheim, Heilig Blut, ist mir präsent. Dort durfte ich mein silbernes Priesterjubiläum feiern und in den vergangenen Jahren fanden dort eine Reihe intensiver Begegnungen mit Seelsorgerinnen und Seelsorgern aus der ganzen Region Süd statt.

MK: Was möchten Sie den Gläubigen als Bischof Ihrer Region zurufen?
Weihbischof Bischof: Mit meinem Wahlspruch „Vertrau auf den Herrn und tue das Gute“ möchte ich daran erinnern, dass in allen Veränderungen und Umbrüchen ER bei uns ist und wir gemeinsam diese Welt mit ihm gestalten dürfen.

Weihbischof Bernhard Haßlberger
Weihbischof Bernhard Haßlberger © EOM

Weihbischof Bernhard Haßlberger ist für die Region Nord im Erzbistum München und Freising zuständig.

MK: Wie viele Gläubige/Pfarreien/Pfarrverbände zählt Ihre Seelsorgsregion? Wie groß ist sie ungefähr in Quadratkilometern?
Weihbischof Haßlberger: In der Seelsorgsregion Nord leben ungefähr 500.000 Katholikinnen und Katholiken. Es gibt rund 350 Pfarreien. Insgesamt wurden in der Seelsorgsregion Nord mittlerweile um die 120 Pfarrverbände errichtet. In Quadratkilometern kann ich es schlecht ausdrücken, aber die Region reicht, grob gesagt, vom Landkreis Fürstenfeldbruck über Dachau, einen Teil von Landshut, Freising, Erding und Ebersberg bis nach Mühldorf im Osten.

MK: Welche besonders bedeutenden Kirchen und Klöster besitzt die Region?
Weihbischof Haßlberger: Wir haben natürlich viele, weil wir in zahlreichen kleinen Orten bedeutende und wunderschöne Filialkirchen besitzen. Aber ich würde sagen, besonders bedeutend sind die große barocke Klosterkirche Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck und dann natürlich der Freisinger Domberg mit dem Mariendom, das ist unser Leuchtturm in der Diözese. Auf jeden Fall ist hier auch zu erwähnen die Basilika St. Martin in Landshut. Ein sehr bedeutendes Kloster ist die Benediktinerabtei Scheyern.

MK: Wie prägt die Landschaft die Menschen, vor allem auch in ihrem Glaubensleben?
Weihbischof Haßlberger: Die Seelsorgsregion war vor allem altes Bauernland. Bis heute spürt man das an der Katholizität und am Brauchtum. Es ist noch sehr viel da an gläubigem Leben und Engagement, dafür bin ich sehr dankbar. Inwieweit dies für die Zukunft halten wird, weiß ich nicht. Ich hoffe darauf, aber es wird schwieriger werden. Durch diese landschaftliche Prägung und die bäuerliche Struktur gibt es viele kleine Dörfer und daher auch kleine Pfarreien. Aufgrund der Vielzahl dieser kleinen Pfarreien hat schon mein Vorgänger von Soden-Fraunhofen vor rund 50 Jahren damit begonnen, Pfarrverbände zu gründen, weil bereits damals nicht mehr jede Pfarrerstelle besetzt werden konnte. Prägend ist heutzutage der Flughafen für das gesamte Umland. Viele Orte der Region zählen zum Wirtschaftsgroßraum München.

MK: Wo liegen für Sie besondere Seelsorgezentren, gibt es ein, zwei besondere pastorale Leuchtturmprojekte?
Weihbischof Haßlberger: Ich weiß keine pastoralen Leuchtturmprojekte. Bei uns wird, wie sonst auch in der Diözese, flächendeckend eine gute und gediegene Pastoral betrieben.

MK: Was ist für Sie persönlich Ihr Lieblingsort, Ihre Lieblingskirche? Warum?
Weihbischof Haßlberger: Das ist natürlich der Freisinger Dom, allein schon deswegen, weil ich bereits seit mehr als 30 Jahren am Domberg wohne. Der Dom ist mir in besonderer Weise ans Herz gewachsen. Ich bin sehr glücklich, mit ihm eine wunderschöne Kirche zu haben, in der ich zelebrieren darf, werktags bereits um 6.45 Uhr, wenn ich nicht unterwegs bin. Er ist mir eine geistliche Heimat geworden.

MK: Was möchten Sie den Gläubigen als Bischof Ihrer Region zurufen?
Weihbischof Haßlberger: Ich bitte Sie alle darum, sich engagiert im Glauben einzubringen, denn wir haben eine ganz hervorragende Botschaft zu vermitteln: dass Gott uns ganz nahe ist und dass er uns alle liebt.

Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg
Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg © Thomas Dashuber

Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg ist für die Region München im Erzbistum München und Freising zuständig.

MK: Wie viele Gläubige/Pfarreien/Pfarrverbände zählt Ihre Seelsorgsregion? Wie groß ist sie ungefähr in Quadratkilometern?
Weihbischof zu Stolberg: Die Seelsorgsregion München ist mit etwa 1.000 Quadratkilometern flächenmäßig die kleinste und von den Katholikenzahlen die größte der drei Regionen in unserem Erzbistum. Etwa 670.000 katholische Christen leben in den 86 Einzelpfarreien und Pfarrverbänden.

MK: Welche besonders bedeutenden Kirchen und Klöster besitzt die Region?
Weihbischof zu Stolberg: Natürlich prägt der Liebfrauendom die Münchner Stadtsilhouette wie kein anderes Gebäude. Für mich ist aber jede Kirche, in der gebetet und Eucharistie gefeiert wird, ein besonderer Ort. Jede Kirche verkündet sichtbar die Botschaft: Gott ist mitten unter uns gegenwärtig!

MK: Wie prägt die Landschaft die Menschen, vor allem auch in ihrem Glaubensleben?
Weihbischof zu Stolberg: München ist ein wachsender Ballungsraum, der Anteil der Katholiken ist leider nach wie vor leicht rückläufig. Etwa 32 Prozent der Münchner sind katholisch. Viele Menschen wohnen hier, noch mehr kommen tagtäglich zur Arbeit, zum Einkaufen oder als Touristen in die Stadt. Auch sie haben wir mit unseren seelsorglichen Angeboten im Blick. Etwa ein Viertel der Münchner Katholiken haben Migrationshintergrund, deshalb sind die 18 Muttersprachlichen Gemeinden eine große Bereicherung des kirchlichen Lebens. Chance und Herausforderung zugleich ist die Tatsache, dass die Pfarreigrenzen eine geringere Bedeutung als auf dem Land haben. Viele Katholiken suchen sich unabhängig von ihrer Pfarreizugehörigkeit „ihre“ Kirche, in der sie sich beheimatet fühlen. Man sieht das am deutlichsten an den Innenstadtkirchen. Beispielsweise leben in der sehr kleinen Dompfarrei etwa 400 Katholiken, mehr als zehnmal so viele gehen aber Sonntag für Sonntag dort zur Messe.

MK: Wo liegen für Sie besondere Seelsorgezentren, gibt es ein, zwei besondere pastorale Leuchtturmprojekte?
Weihbischof zu Stolberg: Es ermutigt mich, dass die katholischen Pfarreien, Verbände und Gruppierungen zunehmend unseren missionarischen Sendungsauftrag in den Blick nehmen. Sie lassen sich von der Tatsache, dass nur noch etwa ein Drittel der Münchner katholisch ist, nicht entmutigen, sondern machen sich intensiv Gedanken, wie es gelingen kann, Menschen mit dem Evangelium neu oder wieder in Berührung zu bringen. Beispielsweise hat der Münchner Katholikenrat das traditionelle Bennofest heuer zum zweiten Mal als integralen Bestandteil des Stadtgründungsfestes gefeiert. Mit zahlreichen Ständen in der Fußgängerzone, einem eigenen Bühnenprogramm und Gottesdiensten ist die katholische Kirche so inmitten der Stadtgesellschaft sichtbar und ansprechbar. Auch viele Pfarreien entwickeln neue Ideen, sind etwa in Einkaufszentren oder auf Stadteilfesten präsent oder laden offen zu kirchlichen Veranstaltungen ein.

MK: Was ist für Sie persönlich Ihr Lieblingsort, Ihre Lieblingskirche? Warum?
Weihbischof zu Stolberg: Ein besonderer Ort für mich ist die Unterkirche des Bürgersaals mit dem Grab des seligen Pater Rupert Mayer. Nicht nur, weil er mein Namenspatron ist. Sein Grab zieht bis heute tagtäglich unzählige Beter an. Pater Rupert Mayer war nicht nur ein bewundernswert entschlossener und mutiger Gegner der NS-Diktatur. Er hat auch die pastoralen Herausforderungen seiner Zeit erkannt und angenommen. Ich denke da zum Beispiel an sein Engagement für die Caritas oder an die legendären Bahnhofsgottesdienste, mit denen er es Menschen ermöglichte, sonntags zur Messe zu gehen und einen erholsamen Ausflugstag in den Bergen zu erleben.

MK: Was möchten Sie den Gläubigen als Bischof Ihrer Region zurufen?
Weihbischof zu Stolberg: Es ist wunderschön, katholisch zu sein! Die Kirche steht zweifellos vor großen Herausforderungen, aber sie kann nicht untergehen. Dafür sorgt Christus selbst, aber wir können ihm dabei helfen. Es geht nicht darum, äußere Strukturen zu bewahren. Es geht um den Schatz unseres Glaubens. Den bewahrt man, indem man ihn lebt und mit anderen teilt. Der Glaube ist ein Schatz, der – anders als materielle Schätze – wächst, je mehr man davon weitergibt.


Das könnte Sie auch interessieren

Bundeskanzlerin Angela Merkel
© imago

25 Jahre Osteuropa-Hilfswerk Angela Merkel: "Renovabis ist gelebte Solidarität"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis gewürdigt.

25.09.2018

Das Obergeschoss des Klosters ist völlig ausgebrannt.
© Wahl-Geiger

Millionenschaden Großbrand in Kloster Rottenbuch

Hoher Schaden, Ursache unklar - 300 Feuerwehrleute, unterstützt durch Anwohner, waren die ganze Nacht im Einsatz, um den Brand zu löschen. Demnächst hätten dort mehrere Bildungseinrichtungen einziehen...

19.09.2018

Ein Schwertransport brachte den Turm zurück zur Kirche.
© Grüner

Sanierung Kirche St. Quirin hat Turm zurück

Ein Schwertransport hat ihn wieder ins Tegernseer Tal gebracht. Anschließend wurde der Turm mit einem Kran aufs Dach gesetzt. Er war zur Restaurierung nach Freising gebracht worden, wo es einiges zu...

14.09.2018

Bis heute werden die Neupriester im Freisinger Dom geweiht.
© Kiderle

Überblick Geschichte des Erzbistums München und Freising

Von den römischen Soldaten bis zur Neugestaltung des Freisinger Dombergs gibt der frühere Archivdirektor Peter Pfister einen Überblick über wichtige Personen und Ereignisse im Erzbistum.

31.07.2018

50 Ministranten sind mit Weihbischof Bischof durch Rom geradelt.
© EJA München und Freising

Freizeitangebot bei der Miniwallfahrt Ministranten auf Fahrradtour durch Rom

Sportlich waren heute 50 Ministranten unterwegs: Gemeinsam mit Weihbischof Wolfgang Bischof radelten sie durch Rom. Immer am Tiber entlang.

30.07.2018

Pfarrer Schießler segnete alle Fahrzeuge-auch die der Kleinsten.
© Klaus Chwalczyk

Beistand vom heiligen Christophorus In München wurden Fahrzeuge gesegnet

Bobbycars, Harley oder Oldtimer – Pfarrer Schießler von Sankt Maximilian im Münchner Glockenbachviertel segnete sie alle.

30.07.2018

Das Kartenlesegerät in der Münchner Bürgersaalkirche.
© SMB/Sichla

Digitaler Opferstock In der Kirche mit EC-Karte Geld spenden

Kein Kleingeld für den Opferstock? Eine Spende nicht möglich? In der Bürgersaalkirche in München gibt es keine Ausreden. Hier lässt sich ganz einfach mit der EC-Karte Geld spenden.

19.07.2018

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren