„Kreuz-Entscheidung“ Thema bei Männerwallfahrt Religiöses Symbol

02.05.2018

Der „Kreuzerlass“ hat die Teilnehmer der Frühjahrswallfahrt des Katholischen Männervereins Tuntenhausen beschäftigt.

Alois Glück (Dritter von links) mit dem bayerischen Umweltminister Marcel Huber (links), seinem Landtagskollegen Thomas Huber (Zweiter von rechts, alle CSU), Pfarrer Amit Sinha Roy (rechts) und weiteren Vertretern des katholischen Männervereins Tuntenhausen © Stache

Tuntenhausen – Es war ein eindrucksvolles Bekenntnis für den Glauben, das bei der Frühjahrswallfahrt des Katholischen Männervereins in Tuntenhausen (Dekanat Bad Aibling) zu hören war. Pfarrer Amit Sinha Roy und Diakon Josef Hilger zogen zum Gottesdienst in den Saal des Gasthauses Schmid ein, weil die Basilika renoviert wird. Dort begrüßte Pfarrer Sinha Roy unter anderem den bayerischen Umweltminister Marcel Huber, gleichzeitig Vorsitzender des Männervereins, und Festredner Alois Glück (beide CSU). Unter der Leitung von Gabi Gröbmeier führte der Kirchenchor die Messe breve von Leo Delibes auf sowie eine Kantate von Johann Sebastian Bach.

In seiner Predigt ging Pfarrer Sinha Roy zuerst auf Ostern ein. „Ostern ist mehr als ein punktuelles Fest“, betonte er. Die siebenwöchigen Osterfeierlichkeiten belegten, dass die Beziehung zwischen Gott und Mensch nie aufhöre. Auch zum „Aufregerthema“ der Woche, der „Kreuz-Entscheidung“ des bayerischen Kabinetts, nahm der Geistliche deutlich Stellung: „Das ist sehr gewagt, liebe Staatsregierung“, rief er Richtung München. Denn für den Tuntenhausener Pfarrer ist das Kreuz sehr wohl ein religiöses Symbol. Allerdings darf der Glaube an Gott nach seinen Worten nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, „Wort und Tat müssen folgen“.

Den Wandel aktiv mitgestalten

Nach dem Gottesdienst schloss sich die Kundgebung mit dem ehemaligen Landtagspräsidenten Alois Glück an, der den Finger in so manche Wunde legte. So prangerte er Fehler bei der Globalisierung an. Der überzeugte Katholik und ehemalige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken forderte die Gläubigen auf, den Wandel nicht zu erdulden, sondern „aktiv mitzugestalten“.

Aktiv anzugehen sei auch ein weiteres Thema: die Ausbeutung afrikanischer und asiatischer Länder. „Ein Teil unseres Wohlstandes resultiert aus der Ausbeutung dieser Länder“, warnte Glück und forderte: „Wir müssen eine Politik gestalten, die den Menschen in Afrika ein dortiges Leben ermöglicht.“ (Werner Stache)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Kreuz-Debatte

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