Ehrenamt im Portrait Religiöses und kulturelles Erbe bewahren

31.01.2020

Kajetan Liedschreiber ist ehrenamtlicher Mitarbeiter des Ökumenischen Kirchbauvereins Tegernsee, Egern und Kreuth e.V. . Eine Fotoreihe gibt Einblick in sein Ehrenamt.

Portrait von Kajetan Liedschreiber
Die Schönheit des religiösen und kulturellen Erbes erkennen und bewahren zu dürfen, macht sein Ehrenamt für Kajetan Liedschreiber besonders. © Thomas Dashuber

Bezeichnung des Ehrenamts, Institution / Organisation und Ort und seit wann üben Sie dieses Ehrenamt aus?

Ich bin seit über 40 Jahren ehrenamtlich tätig, so z. B. 22 Jahre im Trachtenverein D’Neureuther Gmund. Ebenso bin ich aktiv im Trachtenverein D’Hirschbergler Reitrain (Kreuth) und im Trachtenverein Wallberger Rottach-Egern. Auch bin ich aktiver Schütze der Gebirgsschützenkompanie Tegernsee. Zudem 11 Jahre Kirchenpfleger in Egern.

Aktuell bin ich u. a. Kassenprüfer beim Förderverein für Kirchenmusik in Rottach-Egern und in der Vorstandsschaft als Schatzmeister des Ökumenischen Kirchbauvereins Tegernsee, Egern und Kreuth e.V. Der Verein wurde 2010 gegründet, ich bin Gründungsmitglied und seit Beginn an auch Schatzmeister.

Welche Hauptaufgaben gehören zu Ihrem Ehrenamt?

Erstellung der Jahresbuchhaltung; Erstellen von Spendenquittungen; Einzug der Jahresbeiträge; Suchen von Spendern; Anwerbung neuer Mitglieder; Erstellung des Jahresberichts für die jährlichen Hauptversammlungen; Mitentscheidung bei der Auswahl förderfähiger Projekte und bei der Vergabe von Spenden und Fördermittel; Kontakt zu weiteren örtlichen und überörtlichen Gremien

Warum haben Sie sich für dieses Ehrenamt entschieden bzw. wie kam es dazu?

Meine ehrenamtliche Aufgabe als Egerner Kirchenpfleger und die berufliche Tätigkeit als Baufinanzierungsberater der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee haben mich zum Kirchbauverein gebracht. Bereits im 19. Jahrhundert gab es für das Tegernseer Land einen Kirchbauverein, der damals schon eine gewaltige organisatorische und finanzielle Leistung zustande gebracht hat. In einer Region, deren Bevölkerung bis auf wenige Ausnahmen katholischen Glaubens war, und zudem ohne jegliche staatliche oder offizielle kirchliche finanzielle Unterstützung ist es den Mitgliedern des Vereins gelungen, eine sehr ansehnliche Kirche zu bauen, die zu den ersten evangelischen Kirchen in Oberbayern zählt.

Durch den großen Zuzug von evangelischen Christen nach dem zweiten Weltkrieg, die vor allem in Rottach-Egern, Weißach und Kreuth lebten, reichte die Tegernseer Kirche nicht mehr aus. Auch die schlechten Verkehrsverbindungen erforderten Gottesdienste in den einzelnen Orten und so wurden zum Teil die Gottesdienste in den Räumen der Volksschulen, in Gasthofsälen oder im Altersheim Schwaighof abgehalten.
               
Deshalb begann 1952 Pfarrer Naumann einen Kirchenneubau in Rottach-Egern vorzubereiten und einen Kirchenbauverein zu gründen. Nachdem das Projekt sehr erfolgreich mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen unterstützt werden konnte, entschloss man sich 2010, den Verein von ursprünglich „Kirchbauverein Tegernsee, Egern und Kreuth e.V.“ in „Ökumenischen Kirchbauverein Tegernsee, Egern und Kreuth e.V.“ umzubenennen und weitere kirchliche Projekte zu unterstützen.

Worauf könnten Sie beim Ausüben Ihres Ehrenamts nicht verzichten?

Auf die Unterstützung meiner Familie und Freunde, die nicht nur ideell, sondern auch immer wenn nötig tatkräftig anpacken und Verständnis für das manchmal zeitintensive Ehrenamt aufbringen.

Meine berufliche Qualifikation in der Beurteilung der nötigen Maßnahmen. Und unsere schönen Kirchen bei den anstehenden Sanierungen zu unterstützen.

Worin könnten Sie sich beim Ausüben Ihres Ehrenamts manchmal verlieren?

Die Schönheit unseres religiösen und kulturellen Erbes erkennen und bewahren zu dürfen - und lebendig weiterzugeben.

Was ist das Besondere an Ihrer Tätigkeit?

Aktive Mithilfe bei der Sammlung von Spendern: So haben wir in den letzten Jahren immer am letzten Wochenende vor Weihnachten einen Stand am Christkindlmarkt in Rottach-Egern. Hier verkauft der Kirchbauverein selbstgebackene Kuchen und Kaffee sowie Selbstgebasteltes. Die hier entstehenden persönlichen Kontakte sorgen für die Bekanntheit des Kirchbauvereins und unterstützen die Spendenaufrufe sehr konkret.


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