Religiöser Buchtipp Religionssensibel durch den Familienalltag

21.07.2020

Eltern sind die ersten Religionslehrer ihrer Kinder. Dafür gibt es einen praktischen Ratgeber von Heike Helmchen-Menke.

Alois Bierl
Alois Bierl stellt das Religiöse Buch des Monats August vor. © SMB/Schlaug

Kinder stellen Fragen. Dabei handelt es sich nicht nur um naturwissenschaftliche Fragen. Gerade die Bereiche des Lebens, die sich nicht einfach so erklären lassen, sind für Kinder interessant. Auffallend dabei ist, dass jedes Kind über eine religiöse Offenheit und Sensibilität verfügt. Um das Kind in seiner Persönlichkeitsentwicklung unterstützen zu können, gilt es, die Fragen nach dem Woher, Warum und Wohin wahrzunehmen und zu beantworten. Dies stellt eine große Chance im Bereich der religiösen Erziehung dar.

Religiöse Basics

Heike Helmchen-Menke ermuntert in ihrem Familienratgeber alle Eltern, sich dieser Herausforderung zu stellen. Dabei stellt sie im ersten Teil des Buches religiöse Basics in den Mittelpunkt: Wie spricht man mit Kindern über Gott? Wie sieht Gott aus? Welche Rituale im Familienleben unterstützen das Kind in der religiösen Entwicklung und welche Lebensfeste können wie mit den Kindern gefeiert werden? Dabei wird auch das Thema Trennung von Eltern sowie die Offenheit für andere Religionen nicht ausgespart.

Im zweiten Teil gibt es praktische Beispiele für das Feiern der Feste im Jahreskreislauf. Nach einem kurzen theoretischen Hintergrund zum Thema Engel folgt eine Engelsgeschichte und auch eine kreative Engel-Idee. Selbstverständlich fehlen auch nicht Geschichten zum Advent und zu Weihnachten, aber auch unbekannte Feste wie Allerseelen werden bedacht. Helmchen-Menke zeigt auf liebevolle, einfühlsame Weise, dass jedes Kind ein Recht auf Religion hat, und dass es hierzu für Familien jede Menge praktische Ideen gibt. Ein Familienratgeber der aus einer gelungenen Mischung aus Theorie und Praxis für wirkliche alle Familien besteht.

Religiösen Buch des Monats

Die beiden katholischen Büchereiverbände in Deutschland, der Sankt Michaelsbund und der Borromäusverein, haben das Buch zum "Religiösen Buch des Monats August 2020" gewählt. Seit dem Jahr 2000 zeichnen die beiden Verbände jeden Monat ein Buch aus. Das Anliegen der Auszeichnung ist es, Bücher zum Thema Religion und Glauben in ihrer Bandbreite bekannter zu machen. Dazu wählen die Lektorate monatlich ein Buch aus, das aus Sicht des christlichen Glaubens ein grundlegendes Thema aufgreift wie Orientierung und Sinn im Leben, Gemeinschaft, gesellschaftliche Verantwortung. Diese Bücher geben Rat in verschiedenen Lebenssituationen, greifen Lebensschicksale auf, regen an, das Leben und den Jahreskreis bewusst zu gestalten oder tragen zu gesellschaftlichen und kirchlichen Debatten bei. Die Bücher erreichen so Menschen, die sich Fragen der Gesellschaft und den eigenen biografischen Herausforderungen bewusst stellen wollen und diese Fragen im Licht des religiösen Glaubens reflektieren und vertiefen.

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