Altarweihe in Mühldorf Renovierung in Sankt Laurentius abgeschlossen

02.05.2019

Kardinal Reinhard Marx weiht am Sonntag den neuen Altar von Sankt Laurentius in Mühldorf. Der Altaraufsatz stammt aus dem 3D-Drucker.

Sankt Laurentius in Mühldorf am Inn
Sankt Laurentius in Mühldorf am Inn © CC BY-SA 3.0 - Siddhartha Finner

München – Der Münchner Kardinal Reinhard Marx weiht am Sonntag, 5. Mai, den neuen Altar der Pfarrkirche Sankt Laurentius in Mühldorf am Inn. Der Festgottesdienst beginnt um 10 Uhr. Mit der Neugestaltung der liturgischen Orte durch das Münchner Künstlerduo "Empfangshalle" wurde die im September 2015 begonnene Gesamtrenovierung des Gotteshauses abgeschlossen, wie die Pressestelle des Erzbistums München und Freising am Montag mitteilte. Die Investitionen dafür beliefen sich auf rund 3,5 Millionen Euro.

Rund 3,1 Millionen trug laut Mitteilung das Erzbischöfliche Ordinariat, weitere 250.000 Euro wurden durch Spenden finanziert. Für die übrigen Kosten kamen die Pfarrei und die politische Gemeinde auf. Zentrale Bedeutung für die künstlerische Neukonzeption hat ein goldener Altaraufsatz (Retabel), wie es heißt. Dabei handelt es sich ursprünglich um eine hinter oder auf dem Altar angebrachte Wand, die für Sankt Laurentius unter Einsatz modernster Technologien als filigranes, dreidimensionales Gitterwerk umgesetzt wurde.

60 Einzelteile aus weißem Polyamid

Das acht Meter hohe Retabel erhebt sich vor der Chorwand und hinterfängt das von oben abgehängte barocke Kruzifix. Für die Fertigung wurden auf der Grundlage eines digitalen Datenmodells 60 individuell geformte Einzelteile aus weißem Polyamid im 3D-Druck hergestellt. Für die Beschichtung der Elemente wurde eine spezielle Form des thermischen Spritzens eigens entwickelt. Die Bronze-Aluminium-Legierung und ein metallischer Lacküberzug verleihen dem Retabel seine goldschimmernde Oberfläche.

Bei der Konzeption arbeiteten die Künstler Corbinian Böhm und Michael Gruber mit dem Münchner Architekten Oliver Tessin zusammen. Der neue Altar aus Laaser Marmor erinnert laut Ankündigung mit seiner halbrunden Gestaltung an die Kuppa, die obere Schale eines Kelches. Ambo und Tabernakel-Stele sind aus demselben Stein gestaltet.

Neukonzeption war nötg geworden

Die ursprünglich spätgotische Kirche war mehrfach umgestaltet worden. Die in der Barockzeit, im 19. Jahrhundert und vor allem bei der letzten Gesamtrenovierung in den 1960er Jahren vorgenommenen Veränderungen hatten sich jedoch negativ auf das Erscheinungsbild des Baus ausgewirkt, so dass eine Neukonzeption nötig geworden war. Erneuert wurde unter anderem auch die Haustechnik, die Bestuhlung überarbeitet und neu aufgestellt und der alte Turmzugang freigelegt. (kna)


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