Preisgekrönter Architekt Requiem für Andreas Meck in Poing

11.09.2019

Für das Kirchenzentrum Seliger Rupert Mayer in Poing erhielt er den Architekturpreis "Große Nike". Am 20. August starb der Architekt Andreas Meck nach kurzer, schwerer Krankheit.

Andreas Meck
Andreas Meck © meck architekten gmbh

München – Für den verstorbenen Architekten Andreas Meck findet am Donnerstag, 12. September, um 10 Uhr in der Kirche Sel. Rupert Mayer in Poing, Landkreis Ebersberg, Gebrüder-Asam-Straße 2a, das Requiem statt. Zelebriert wird der Gottesdienst in der von Meck entworfenen Kirche von Pfarrer Wieslaw Poradzisz aus der Pfarrei St. Nikolaus in Neuried, deren Kirche ebenfalls von Meck entworfen wurde. Konzelebrant ist der neue Poinger Pfarrer Philipp Werner. Meck war am 20. August nach schwerer Krankheit im Alter von 59 Jahren gestorben. Meck ist Architekt herausragender, mit zahlreichen Preisen ausgezeichneter kirchlicher Bauten im Erzbistum München und Freising. Er entwarf die 2000 fertiggestellte Aussegnungshalle im Friedhof in München-Riem, das 2008 der Gemeinde übergebene Pfarrzentrum St. Nikolaus in Neuried und das ebenfalls 2008 eröffnete Dominikuszentrum im Münchner Stadtteil Nordhaide. Für das Kirchenzentrum Sel. Rupert Mayer in Poing mit der im Juni vergangenen Jahres geweihten Kirche Sel. Rupert Mayer erhielt das Architekturbüro Meck im Mai den Architekturpreis Große Nike des Bunds Deutscher Architekten.

„Sensibles Wechselspiel zwischen Innenraum und Außenraum“

„Mit Professor Andreas Meck verliert die Erzdiözese München und Freising einen herausragenden Architekten“, würdigt Diözesanbaumeister Hanns-Martin Römisch den Verstorbenen. „Wie kein zweiter“ habe sich Meck auf die „besonderen Anforderungen kirchlichen Bauens in der heutigen Gesellschaft eingelassen und für die über sich selbst hinausweisenden Dimensionen sakraler Architektur gültige Antworten gefunden“. Auffallend an Mecks Bauten sei das „sensible Wechselspiel zwischen Innenraum und Außenraum, die haptisch greifbare handwerkliche Qualität der ausgesuchten wenigen Materialien, die wie selbstverständlich in Würde altern, sowie die über den Bau hinausweisende spirituelle Dimension, die auch kirchenferne Personen anspricht“.

Die seelsorgliche Arbeit sichtbar machen

Meck habe dem Bemühen der Erzdiözese, die „Pastoral von den Menschen her zu denken und seelsorgliche Arbeit im Stadtraum sichtbar zu machen“, in seinen Entwürfen Gestalt verliehen, so Römisch. „Andreas Meck geleitet die Menschen.“ Seine Bauten lenkten den Blick „beinahe unmerklich auf ein Höheres hin“. So zeige sich die Kirche Sel. Rupert Mayer schon von Weitem mit ihrer „gleißend-kristallinen Dachkrone als übergeordneter Bau, der sich kraftvoll als Zentrum eines neu entstehenden Stadtteiles zu Wort meldet“. Beim Näherkommen bemerke man die Sockelzone, belegt mit regionalen Nagelfluhplatten. „Wie Erde und Himmel stoßen die beiden Zonen aufeinander und sollen genau dies erzählen.“ Die Lichtführung verweise auf die zentralen liturgischen Orte und binde die Gemeinde als lebendige Kirche ein. „In Poing verbinden sich Erde und Wasser mit dem Licht zu einem sakralen Ort, der den Menschen nicht außen vor lässt, sondern ernst nimmt, ihn sachte vorbereitet auf eine andere, die göttliche Dimension“, erklärt Römisch. Genau das mache kirchliches Bauen aus. (pm)

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