Tierische Lebensretter Rettungshundetraining in der Allianz Arena

31.07.2020

Da wo sonst 70.000 Fans des FC Bayern München ihrer Mannschaft zujubeln, trainierten nun die Malteser Rettungshundestaffeln.

Die Mensch-Hunde-Teams vor der Allianz Arena
Die Malterser Rettungstaffeln vor der Allianz Arena. © Alexander Sperl

München – Ungewöhnlicher Anblick in der Allianz Arena: Statt der 70.000 Fans des FC Bayern München, welche sonst die Ränge füllen, waren kürzlich lediglich die Mitglieder der Rettungshundestaffeln auf dem Gelände der Allianz Arena anwesend. Die Stadionverantwortlichen hatten das Gelände auf Anfrage der Malteser Dachau ein Wochenende lang für die Trainingsarbeit zur Verfügung gestellt. Fünf Mensch-Hund-Teams der im Aufbau befindlichen Rettungshundestaffel der Malteser Berchtesgadener Land sowie weitere 16 Teams der Schnell-Einsatz-Gruppe Rettungshunde der Malteser Dachau und der Mantrail Academie Austria übten in Kleingruppen und mit Abstand, was bei dem großen Gelände kein Problem darstellte.  Den „heiligen“ Rasen durften sie allerdings nicht betreten, um Schäden durch tierische Hinterlassenschaften auszuschließen.

Geruchssinn der Hunde nutzen

Zwei ganze Tage lang konnten die Rettungshunde-Teams auf dem Gelände der ansonsten komplett leeren Allianz Arena für den Ernstfall üben. Am Training nahmen sowohl Mantrailer-Teams – wie die Teams aus dem Berchtesgadener Land – als auch Flächensuchhundeteams teil. Mantrailing (engl. man ‚Mensch‘ und trail ‚verfolgen‘) ist die Suche von Personen nach deren individuellem Geruch unter Einsatz von Gebrauchshunden, die Mantrailer oder Personenspürhunde genannt werden. Dabei wird der hervorragende Geruchssinn der Hunde genutzt. Der Mantrailer arbeitet im Geschirr und an der Leine und sucht eine bestimmte Person. Ein Mantrailer kann in nahezu jedem Umfeld und auf jedem Untergrund arbeiten.

Highlight in der Ausbildung

Flächensuchhunde dagegen werden so ausgebildet, dass sie ein Gelände auf menschliche Witterung allgemein durchstöbern. Von den Hunden müssen dabei Personen angezeigt werden, die sitzen, kauern, liegen oder sich seltsam bewegen. Flächensuchhunde arbeiten ihnen zugewiesene Suchgebiete freilaufend ab. Nach der coronabedingten Pause sind die Teams der Malteser Rettungshundestaffel im Berchtesgadener Land froh, seit Anfang Juni ihre Ausbildung fortsetzen zu dürfen. „Dieses Training in der Allianz Arena war ein ganz besonderes Highlight in unserer bisherigen Ausbildung“, sagt Leiterin Gabriele Kurz. Sie hofft, dass die ersten Mensch-Hund-Teams die ursprünglich für Mitte des Jahres geplanten Prüfungen im September ablegen können. (pm)

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