Malteser Zeltlager Riesengaudi mit Volkstanz und Pappboot-Rennen

03.08.2017

Rekordverdächtige 850 Teilnehmer sind heuer ins Bundeszeltlager der Malteserjugend nach Mammendorf gekommen. Die Stimmung dort ist prima. Nur eines fehlt den Jugendlichen dann doch.

Malteser Jugendliche üben den bayerischen Auftanz © SMB/Hasel

Mammendorf – Am Tag über 30 Grad Hitze, abends und in der Nacht heftige Gewitter: das sind die Wetterkapriolen, mit denen die gut 850 Teilnehmer Bundesjugendlagers der Malteser auf dem Jugendzeltplatz in Mammendorf im Landkreis Fürstenfeldbruck zurzeit klarkommen müssen. Sorgen macht sich deshalb aber niemand. Auch Sophie Sedlmeier von der Lagerleitung wirkt gelassen. Wenn der Zeltplatz doch mal unter Wasser stehen sollte, werden die Jugendlichen einfach in die örtliche Turnhalle evakuiert, erklärt die Diözesanreferentin der Malteserjugend im Erzbistum München und Freising. Sven, der im Leitungsteam für die Lagerorganisation zuständig ist, habe immer das Regenradar im Auge und entscheide, ob das Lager geräumt wird oder es ausreicht, mit den Teilnehmern ins Essenszelt zu gehen. In der Gewitternacht von Sonntag auf Montag habe man einfach zwei Gitarristen ins Essenszelt geschickt, erzählt Sedlmeier. „Die haben dann mit den Kindern ‚We will rock you‘ gesungen, solange es donnerte. So steigt die Stimmung, und so werden wir mit allem fertig, was daherkommt.“

Die Qual der Wahl bei 50 Workshops

Und so schweißen die Gewitternächte die Gemeinschaft auf dem Zeltplatz schnell zusammen. Viele der jungen Malteser aus ganz Deutschland sind nach Oberbayern gekommen, um alte Bekannte zu treffen oder neue Freundschaften zu schließen. Oder engagieren sich als Teamer, damit die Teilnehmer möglichst viel Spaß und Abwechslung haben. Zum Beispiel bei den fast 50 Workshops, die am vergangenen Montag im Lager angeboten wurden. Von „Kurzfilm drehen“ über „Henna Tattoos“ bis zum „Werwolf-Spiel“ geht die Workshop-Palette. Und natürlich gibt es auch den für die Malteser obligatorischen Erste-Hilfe-Kurs. Charlotte aus Aachen ist schon fleißig dabei, ihrer Freundin Druckverbände anzulegen. Bei ihr sitzt jeder Griff. Es sei schon ihr vierter Erste-Hilfe-Kurs, erzählt Charlotte. Und im Herbst wolle sie an der bundesweiten Sanitäter-Meisterschaft teilnehmen. Pascal Baumann, der den Workshop leitet, hat auch einmal so angefangen. Der Malteser aus Kassel hat aus dem Hobby schließlich seinen Beruf gemacht. Heute ist er Luftrettungsassistent und wünscht sich, dass der ein oder andere Kursteilnehmer vielleicht auch einmal diesen Weg bei den Maltesern einschlägt.

Stimmen aus dem Zeltlager
„Es ist einfach jedes Jahr schön, die Leute alle wieder zu sehen, weil wenn man Freunde hat, die 500 km entfernt wohnen, ist es schön, dass man hier die Chance hat, sie wiederzusehen und so viel Zeit mit ihnen zu verbringen.“ (Janne, 14 Jahre, aus Schwerte/Ruhrgebiet)
„Was ich bei den Maltesern wirklich schätze, ist, dass man auch zu unbekannten Leuten hingehen kann und sich kennen lernt, und sich dann relativ schnell anfreundet“. (Laura, 21 Jahre, aus Bamberg)
„Ein Höhepunkt ist für mich der Kleinkunst-Abend. Da ist es so, dass die einzelnen Gliederungen kurze Theaterstücke vorführen oder Musik machen. Da ist richtig gute Stimmung.“ (Stefan, 33 Jahre, aus Bad Honnef)

Im Zeltlager gibt es aber auch Jugendliche, die etwas ganz Anderes kennen lernen wollen. Zum Beispiel bayerische Volkstänze. Dafür sind extra Mitglieder des Mammendorfer Trachtenvereins ins Zeltlager gekommen. Sie üben mit etwa zehn Jugendlichen den Auftanz, mit dem die Auftritte des Trachtenvereins immer beginnen. Das sei ein einfacher Formationstanz, den wirklich jeder lernen kann, erklärt Fabiola Daubner vom örtlichen Trachtenverein. Das findet auch Alex aus Speyer. Der kannte bislang nur den Paartanz und ist vom bayerischen Volkstanz und der dazugehörigen Blasmusik begeistert.

„Sehr wenig Schlaf“

Egal ob Volkstanz oder Druckverband anlegen: hier lernen sich die Lagerteilnehmer kennen, um später noch eine echte Gemeinschaftsleistung zu stemmen: das Pappboot-Rennen am Freitag. Das Lager sei in verschiedene Münchner Plätze eingeteilt, und die Bewohner der Plätze sollen zusammen ein Papp-Boot bauen. Mit den Booten findet dann ein Rennen auf dem Mammendorfer See statt, der direkt am Zeltplatz liegt. Gewonnen hat, wer am anderen Ufer ankommt. Außerdem gibt es einen Preis für das schönste Boot, erzählt Sophie Sedlmeier. Auch die übrigen Lagertage sind mit attraktivem Programm gefüllt. Nur an einer Sache leiden alle: „sehr wenig Schlaf, sehr sehr wenig“, ergänzt Sedlmaier lachend.

Eine ausführliche Radio-Reportage über das Malteser Zeltlager hören Sie am kommenden Sonntag ab 14 Uhr im Münchner Kirchenradio in der Sendereihe "Malteser Momente".

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de


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