Dekanat Ebersberg Romanische Kirche in Kreuz wird 750 Jahre alt

18.06.2018

Dem unbeugsamen Willen der Kreuzer Bauern ist es zu verdanken, dass ihre Kirche Maria Geburt heuer ihren 750. Weihetag feiern kann. Wie kommt es zu so einem hohen Geburtstag?

Die Kreuzer Kirche
Die Kreuzer Kirche © Obermair

Kreuz – Ein kostbarer Fund im Altarstein bei der Renovierung von 1974 gab die Gewissheit: „Im Jahre 1268 am 18. Juni wurde geweiht die Kirche und der Altar von Herrn Konrad, ehrwürdiger Bischof von Freising zu Ehren des Hl. Kreuzes, der Hl. Dreifaltigkeit, der Mutter Gottes und dem Hl. Korbinian.“ So steht es auf der in einer Bleikapsel in den Altarstein eingelassenen Weiheurkunde der heutigen Filialkirche in der Pfarrei Glonn.

Das zuerst genannte „glorreiche Kreuz“ könnte für den Ort namensgebend sein. Eine andere Namensdeutung ergibt sich aus der Kreuzung damals sicher wichtiger Straßen. Zudem gab es in Kreuz Märkte – die Vorläufer der Glonner Märkte. Ein alter Pferdekult, womöglich auch eine Wallfahrt, deren Zeugnisse heute noch in der Kirche zu sehen sind, könnten sich damit begründet haben.

Fast noch alles ursprünglich

Das Innere der Kirche wird dominiert von einer Gottesmutter aus der Zeit um 1450. Seit der großen Renovierung 1974 steht sie in einem barocken Altar, der aus Högling stammt. Der Kirchenbau selbst ist romanisch. Außer ein paar An- und Umbauten ist alles noch ursprünglich. So wurde statt des „Chorturmes“ 1793 der jetzige Turm angebaut. Die in den 50er Jahren angesetzten „Betonspreitzen“ sind heute kaum mehr wegzudenken. Die Sakristei kam etwas später hinzu. Der heute noch bestehende Friedhof verdankt seine Größe dem Umland: Die Ober-und Niederseeoner, Schlachter und Reinstorfer vertrauten ihre Toten der Kreuzer Kirche an.

Eine „zweite Geburtsurkunde“ der Kirche

Es ist anzunehmen, dass die Kreuzer „Sepultur“ (Grablege) auch vor der Säkularisation schützte. Denn die Begehrlichkeit der Glonner war groß. Die Tuffsteine aus einem Abbruch der Kirche hätten den Neubau einer Schule ermöglicht. Den Bauern war aber ihre Kirche wichtiger als jene Schule in Glonn. Also machte sich eine kleine Delegation auf den Weg zur Obrigkeit. Mit Erfolg: Die „Kirchenadministration“ in München ließ die Kreuzer Kirche mit einem Schreiben vom 25.1.1804 weiterleben – sozusagen eine „zweite Geburtsurkunde“ der Kirche. Als Gegenleistung erwartete man aber ein „Offert“, wie man den Schulhausbau in Glonn mit Geld und Material fördern wolle. Und so werten die Kreuzer ihre Kirche auch als Denkmal dafür, dass man sich nicht einfach „per Verordnung“ etwas nehmen lassen soll. (Hans Obermair)


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