Asylothek in Rosenheim Roth: "Investition in Menschlichkeit"

21.01.2016

„Ein Ort für alle“ sei die Asylothek in der Stadtbibliothek Rosenheim. Das hat Grünen-Politikerin Claudia Roth bei ihrem Besuch dort gesagt. Dabei lobte sie auch das Erzbistum und erinnerte an die Worte von Papst Franziskus.

Grünen-Politikerin Claudia Roth (links) und die Leiterin der Rosenheimer Stadtbibliothek, Susanne Delp
Grünen-Politikerin Claudia Roth (links) und die Leiterin der Rosenheimer Stadtbibliothek, Susanne Delp (Bild: Sankt Michaelsbund/Witte)

Rosenheim – Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Claudia Roth, hat die Asylothek der Stadtbibliothek Rosenheim besucht. Diese bietet Leihmedien für Flüchtlinge, ehrenamtliche Helfer und engagierte Bürger an. Darunter zum Beispiel multimediale Deutschkurse, mehrsprachige Kinderbücher und Informationen über Deutschland, aber auch Sachbücher über die Länder, aus denen die Flüchtlinge kommen.

 

„Hier engagieren sich Frauen und Männer, die mit Herz und Verstand überlegen, was die Menschen brauchen, die alles verloren haben“, sagte Roth. Die Asylothek sei ein hervorragendes Beispiel für die Barmherzigkeit und Nächstenliebe, die Papst Franziskus in seiner Weihnachtsbotschaft angesprochen habe. Die Stadtbibliothek zeichne sich so als Ort für alle aus, „auch für die, die neu dazu gekommen sind“.

 

Die Idee der Aslyothek will Roth auch mit in ihre Heimatstadt Augsburg nehmen, damit sie sich weiterverbreite. Denn die Einrichtung ermögliche den Flüchtlingen an der Gesellschaft teilzuhaben. „Dazu gehören auch die Bilder aus ihrer eigenen Heimat“, so die Grünen-Politikerin. Es sei eben auch eine Form der Anerkennung für die Flüchtlinge, wenn sich die alteingesessenen Rosenheimer in Büchern darüber informierten, welche Hochkultur Syrien gewesen sei.

 

Lob hatte Roth auch für das Erzbistum München und Freising parat, das die Asylothek im vergangenen Jahr mit 5.000 Euro mitfinanzierte. „Das sind Investitionen in Menschlichkeit und Zukunft.“ Die Mittel seien kein Geschenk für die Flüchtlinge, sondern „ein Geschenk für unsere Gesellschaft“, so Roth. (ksc/ww)

 

Nach Angaben der Stadtbibliothek verzeichnete die Asylothek bisher 731 Entleihungen. Stark bewährt hätten sich einfache Sprachkurse, Hörkurse, Wörterbücher und Spiele mit Bildkarten. Zu den Entleihern zählten 71 Asylbewerber, vor allem aus Afghanistan, Senegal, Nigeria, Somalia, Eritrea, Pakistan und Mali sowie Helfer, Paten und Mitarbeiter.


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