Sanierung Pfarrheim Sankt Quirin Sakrales und weltliches Zentrum

07.07.2017

Es ist in die Jahre gekommen: Das Pfarrheim von St. Quirin in München-Aubing. Im Frühjahr 2018 ist Baubeginn für die Sanierung und Modernisierung. Dahinter steckt eine besondere Idee.

Das Pfarrzentrum von St. Quirin in Aubing ist in die Jahre gekommen: Die Grundsteinlegung war 1965. © Bichlmayer

München-Aubing – Viele haben schon die Pläne und das Modell für dieses Bauvorhaben gesehen und diskutiert. Vorschläge, Wünsche, Anregungen und Forderungen wurden eingebracht. Vieles, wenn auch vielleicht nicht alles, konnte von der Kirchenverwaltung zusammen mit den Planern berücksichtigt werden. Die Pfarrbriefredaktion von St. Quirin/St. Michael in Aubing hat sich mit dem Architekten, Andreas Holzapfel, getroffen.

red: Wie kommt man zu einem Projekt wie dem Pfarrheim in Aubing?

ah: Da gibt es ein geregeltes Verfahren. Das Ordinariat und die Pfarrei schlagen zum Beispiel drei Architekten vor, die sich dann den Verantwortlichen vorstellen und auch schon erste planerische Überlegungen präsentieren. Ordinariat und Kirchenverwaltung wählen dann denjenigen aus, mit dem sie glauben, am besten zusammenarbeiten zu können. Ich denke mal, dass unsere Erfahrungen in anderen Pfarrgemeinden, beispielsweise in Pullach, und vielleicht auch unsere Grundidee für St. Quirin den Ausschlag gegeben haben.

red: Können Sie uns diese Grundidee ganz kurz beschreiben?

ah: Wir haben das Pfarrzentrum als Ganzes betrachtet, also Kirche, Pfarrheim, Pfarrbüro und Pfarrhaus. Die Idee ist, das sakrale Zentrum der Pfarrei, also die Pfarrkirche, mit dem weltlichen Gemeindezentrum, also dem Saal und den Gruppenräumen, erkennbar zu verbinden. Zurzeit ist da ja nur der große, asphaltierte Parkplatz, über den man um drei Ecken herum zum Haupteingang des Pfarrzentrums geht. Deswegen werden wir den Zugang an die Nordseite gegenüber der Kirche verlegen. Dazu passen übrigens auch die Planungen der Stadt München, auf die wir Einfluss genommen haben. Wenn wir mit der Sanierung in St. Quirin fertig sind, wird nämlich die Neugestaltung der Ubostraße folgen. Sie soll im Bereich zwischen Kirche und Pfarrheim etwas verkehrsberuhigt ausgebaut werden. Es wird dann von der kleinen Treppe an der Kirchhofmauer einen höhengleichen Übergang zum Pfarrheim ohne Randsteine geben. Wo jetzt der Parkplatz ist, wird ein offener Bereich entstehen, ohne Zaun, mit Obstbäumen bestanden und mit Schotterrasen befestigt, den man nutzen und auch „möblieren“ kann, z.B. bei größeren Festen. Für die Kinder- und Jugendgruppen wird es eine eigene Freifläche westlich der künftigen Jugendräume geben. Die können sie nutzen, ohne die Aktivitäten in anderen Räumen zu stören.

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Das Modell des neu gestalteten Pfarrzentrums in Aubing. © uns architektur/Bichlmayer

red: … à propos Parkplatz…

ah: … ja ich weiß, das wird viel diskutiert. Wir haben da nicht viele Freiheiten in der Planung. Für das gesamte Anwesen ist ein Minimum vorgegeben, gleichzeitig will die Stadt nicht zu viele Stellplätze genehmigen, weil ja die Ubostraße etwas vom Verkehr entlastet werden soll. Eine zweite Zufahrt von Westen her, z.B. für Behindertenparkplätze und Anlieferung, hat die Stadt noch nicht akzeptiert, weil der Giglweg vom Verkehr ganz freigehalten werden soll. Wir werden uns aber weiterhin dafür einsetzen, damit diese wichtige Zufahrtsmöglichkeit erhalten werden kann, z.B. für einen eingeschränkten Personenkreis.

red: … genauso wie an die Jugendräume im Keller?

ah: Ja, auch das ist nicht mehr zulässig nach den aktuellen Bauvorschriften. Deshalb entstehen zwei eigene Jugendräume im Erdgeschoss. Im Keller bleiben, neben den Lagerräumen, der Bastelraum mit dem Brennofen und natürlich die Kegelbahn. Eine ganz neue Qualität soll der Pfarrsaal bekommen, mit der Möglichkeit, ihn nach Osten zum durchgehenden Foyer und nach Westen zu einer überdachten Terrasse großzügig mit Türen zu öffnen. Damit entsteht auch mehr Platz – der Saal selbst darf ja aufgrund der Vorgaben des Ordinariats nicht größer werden. Da zählt leider nur die Größe der Pfarrei, nicht ihre Aktivitäten.

red: Wie läuft eigentlich die Zusammenarbeit mit der Pfarrei und ihren Gremien?

ah: Das klappt bisher reibungslos, weil das sehr gut organisiert und gebündelt ist. Gerade für die Küche und die Logistik gab es ja sehr konkrete Wünsche, die wir jetzt auch ganz gut erfüllen können. Jetzt, nach der Genehmigungsphase, muss das Konzept im Wesentlichen stehen, auch wenn natürlich Detailüberlegungen in der Ausführungsplanung weitergehen. Aber grundsätzliche Veränderungen sind nun nicht mehr möglich.

Das Pfarrzentrum von St. Quirin in Aubing innen. © Bichlmayer

red: Und mit dem Ordinariat?

ah: Da haben wir immer gut kooperiert. Jetzt gibt es da ja eine neue Entwicklung, das Ordinariat bedient sich jetzt der Firma Ernest & Young als Projektsteuerer. Für uns ist das eine neue Erfahrung, es ist alles etwas stärker reglementiert, aber der Projektsteuerer nimmt in der Regel keinen konzeptionellen Einfluss auf das Vorhaben.

red: Na dann – vielen Dank für das Gespräch und auf ein gutes Gelingen!

ah: Ich bin sehr zuversichtlich, dass es gut wird! Unser Anliegen war und ist es, nicht nur ein Raumprogramm umzusetzen – was sehr wichtig ist! – sondern darüber hinaus mit guter Architektur zur Gestaltung des Aubinger Gemeindezentrums beizutragen. In der Umsetzungsphase werden sich dafür außer mir selbst in der Bauleitung noch eine erfahrene Architektin und ein junger, aber auch schon in etlichen Projekten bewährter Kollege einsetzen. Freuen wir uns gemeinsam auf ein gutes Ergebnis!

Das Interview führte Max Geierhos von der Pfarrbriefredaktion St. Quirin/St. Michael

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Bauen im Erzbistum

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