Heiliger als aktuelles Vorbild Sankt Martin wirkt tief in die Gesellschaft

11.11.2019

In diesen Tagen ist es wieder so weit: tausende Kinder gehen auf die Straße und feiern mit Selbstgebastelten Laternen, einem kleinen Theaterspiel und Liedern einen der bekanntesten Heiligen in der katholischen Kirche: den Heiligen Martin. Der ist aber nicht nur Vorbild für Kinder.

Mit selbstgebasteltenen Laternen ziehen die Kinder beim Martinsfest durch die Straßen
Mit selbstgebasteltenen Laternen ziehen die Kinder beim Martinsfest durch die Straßen © imago images/Panthermedia/xfoto-gromadx

Kaum ein Martinszug, der nicht die Kerngeschichte des Heiligen Martin von Tours aufgreift oder darstellt: Der Soldat teilt seinen warmen Mantel und hilft damit einem Bettler – rettet ihn möglicherweise vor dem erfrieren. In vielen Familien wird diese Szene immer wieder den Kindern vor Augen geführt, wenn es darum geht ein Stück Süßigkeit, ein Buch oder ein Spiel mit dem Geschwister zu teilen. Doch auch für die Erwachsenen ist der Heilige Martin nach wie vor ein Vorbild.

Soziale Schere wird immer größer

Die soziale Schere in unserer Gesellschaft wird immer größer! Immer mehr Menschen sind auf Unterstützung angewiesen. Vor allem Rentnern droht die Armutsfalle. Die Mieten und Immobilienpreise steigen, die Preise für Strom, öffentlichen Nahverkehr und Lebensmittel nehmen immer weiter zu. Genau wie die Zahl derer, die regelmäßig bei den Tafeln ihre Lebensmittel besorgen, weil sie sich im Supermarkt kaum mehr welche leisten können.

Handeln wir der Heilige Sankt Martin

Nach dem Vorbild des Heiligen Martin zu handeln, heißt aber nicht nur sinnbildlich den Mantel zu teilen oder Bedürftige mit Lebensmitteln zu versorgen. Nach dem Vorbild des Heiligen Martin zu handeln heißt auch, ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Mitmenschen zu haben. Sie nach Möglichkeit zu unterstützen. Das kann zum Beispiel auch sein, dass man sich als Stammzellenspender registriert, sich in einem Verein ehrenamtlich engagiert oder einfach nur einem einsamen Menschen Zeit schenkt. Ein jeder hat die Möglichkeit in seinem Rahmen aktiv zu werden.

Auch dafür sind solche Gedenktage – wie der vom Heiligen Martin da – um einem das wieder ins Gedächtnis zu bringen. Und wenn so ein Tag dann auch noch Stimmungsvoll mit Laternenumzug, Liedern und einer gebackenen Martinsgans versüßt wird, macht das Teilen mehr Spaß.

Wer war der Heilige Martin?

Der Legende nach ritt der römische Offizier Martin (316 bis 397) an einem kalten Winterabend auf ein Truppenlager in Amiens nördlich von Paris zu. Plötzlich habe er einen frierenden Bettler gesehen. Mit dem Schwert teilte er daraufhin seinen weiten Mantel und gab dem Armen die Hälfte. In der Nacht sei Christus dem Offizier im Traum erschienen, bekleidet mit der Mantelhälfte des Bettlers. Martin nahm später Abschied vom Militär, wurde Einsiedler und gründete eine Ordensfamilie. Im Jahr 371 wurde er auf drängen des Volkes zum Bischof von Tours gewählt. Als er sich in einem Stall versteckt habe, um der Wahl zu entgehen, sollen ihn Gänse durch ihr Geschnatter verraten haben. Daher stammt der Brauch der Martinsgans. Der Heilige gilt als Patron der Armen, der Soldaten und Reiter, aber auch der Gastwirte und Hoteliers. (kna)

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Hl. Martin als Vorbild

Der Autor
Christian Moser
Radio-Redaktion
c.moser@st-michaelsbund.de


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