Katholiken feierten mit Stadtgesellschaft Schlüsselmomente beim Münchner Bennofest

17.06.2019

Wie "vielfältig und offen" die katholische Kirche laut Weihbischof Stolberg in der Region München ist, konnten viele Besucher beim Fest zu Ehren des Münchner Stadtheiligen erleben.

Besucher auf dem Bennofest 2019 in der Münchner Innenstadt
Besucher auf dem Bennofest 2019 in der Münchner Innenstadt © Kiderle

München – Mama, schau, da steht ein Weihnachtsbaum“, ruft ein kleiner Bub in der Fußgängerzone und zerrt seine Mutter erfolgreich an den Stand der „Krippenfreunde München“. Dort gibt es sogar Weihnachtsplätzchen – mitten im Sommer. Bald ist der Stand dicht umringt. „Wir sind heuer zum ersten Mal beim Bennofest dabei, weil wir auf uns aufmerksam machen wollen“, beichtet Vorsitzender Bastian Riediger. Der Verein bietet etwa Krippenbaukurse an, die im Sommer stattfinden. Einige Mitglieder betreuen auch die Jahreskrippen in Münchner Kirchen. Sie werden alle paar Wochen neu dekoriert und dem Jahreskreis angepasst. „Wir interessieren uns für Krippen, weil es Spaß macht und man sehr kreativ sein kann“, erklärt Riediger.

Stadtheiliger Benno als Vorbild

Heuer steht das Bennofest, veranstaltet von der Seelsorgsregion München und dem Katholikenrat der Region München, unter dem Motto „Schlüssel –Momente – Erleben“. Der Schlüssel spielt im Leben des Münchner Stadtheiligen Benno eine wichtige Rolle. „Auch wir kennen Momente, in denen man spürt: Jetzt weiß ich endlich, was das Richtige im Leben ist“, darauf deute die Legende um den Heiligen hin, erläutert Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg bei der Begrüßung zum zweitägigen Fest auf der Bühne am Dom. Katholikenrats-Vorsitzende Hiltrud Schönheit spricht mit Moderator Alois Bierl vom Sankt Michaelsbund (SMB) über ihren heutigen Schlüsselmoment: „dass wir nicht nur unter uns Gläubigen Gottesdienst feiern, sondern mit diesem Fest hinausgehen in die Stadt“.

Hiltrud Schönheit und Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg (rechts) begrüßten die Gäste mit Moderator Alois Bierl.
Hiltrud Schönheit und Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg (rechts) begrüßten die Gäste mit Moderator Alois Bierl. © Kiderle

Schmackhafte Schlüssel

Schlüsselmomente kann man in den Begegnungen mit den engagierten Ehren- und Hauptamtlichen vor Ort erleben. Aber es gibt heuer auch gebackene Schlüssel. „Sie schmecken den Menschen“, bekommt Regina Spiegler, Geschäftsführerin für die Region München beim Diözesanrat, oft rückgemeldet. Auch Mitmachaktionen mit Schlüsseln gibt es. Am Stand des Fachbereichs Stadtpastoral können Interessierte zum Beispiel ausprobieren, welcher Schlüssel zu welchem Schrankfach passen könnte. Wer ein Fach öffnen kann, findet dort eine Karte mit Schlüsselmotiv, einem Denkanstoß sowie einer Süßigkeit.

Der Stand des Sankt Michaelsbundes setzt ebenfalls aufs Mitmachen. Hier können Kinder ihren Schutzengel malen. Das macht nicht nur den Kleinen viel Spaß, sondern auch allen, die sie beim Malen begleiten. Und natürlich gibt es die aktuelle Münchner Kirchenzeitung (MK) zum Mitnehmen.

Am Stand des Sankt Michaelsbundes konnten Kinder ihren Schutzengel malen.
Am Stand des Sankt Michaelsbundes konnten Kinder ihren Schutzengel malen. © Kiderle

Unwetter bleibt fern

Das sommerliche Wetter am Samstag sorgt für gute Stimmung, aber auch für eine Unwetterwarnung am Abend. Alle Stände müssen deshalb komplett leergeräumt werden. Das ist vor allem für diejenigen eine logistische Herausforderung, die viel Material mitgebracht haben. Aber die Sicherheit hat Vorrang.

Das Unwetter ist am Samstagabend nicht gekommen. Zum Glück, denn so findet das Bühnenprogramm statt und „Da Huawa, da Meier und i“ ernten mit ihrem Musikkabarett großen Applaus. „Das ist ein Volltreffer gewesen“, freut sich Vorsitzende Schönheit im Rückblick. Auch die Begegnungen mit Menschen aus dem Binnenraum der Kirche und von außerhalb bewertet sie sehr positiv.

Bei der feierlichen Vesper wurden die Reliquien des heiligen Benno in einer Prozession durch den Dom getragen.
Bei der feierlichen Vesper wurden die Reliquien des heiligen Benno in einer Prozession durch den Dom getragen. © Kiderle

Mit Klischees aufgeräumt

Weihbischof zu Stolberg teilt diese Einschätzung. „Mich freut es, wenn die Menschen ungläubig staunen, wie vielfältig und offen unsere Kirche ist. Auf dem Bennofest räumen wir jedes Mal mit Klischees auf und zeigen, dass die katholische Kirche ein wichtiger Teil der Stadtgesellschaft ist.“

Für Kardinal Reinhard Marx ist der Gottesdienst im Dom Schlüsselmoment des Bennofestes, wie er der MK verrät. Er sei froh, dass das Fest nun zusammen mit dem Stadtgründungsfest begangen werde, „und damit hoffentlich Schlüsselmoment für die ganze Stadt ist, damit die Tür geöffnet wird für Christus“. Dies machten die vielen Ehrenamtlichen mit ihren Ständen, Auftritten und ihrer Gesprächsbereitschaft beim Bennofest erlebbar. (Gabriele Riffert/kbr)

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