Abschiedsbesuch der Sternsinger Schluss-Segen für Seehofer

29.12.2017

Die Sternsinger klopfen jedes Jahr auch an der Pforte der Bayerischen Staatskanzlei an. Und dort empfängt sie der Ministerpräsident persönlich. Beim nächsten Mal wird der aber nicht mehr Horst Seehofer heißen.

Letzte Begegnung mit Königinnen und Königen: Horst Seehofer beim Sternsingerempfang in der Bayerischen Staatskanzlei. © SMB/Schreiber

München - Gleich vier Sternsingergruppen aus dem Bistum Augsburg kamen am Freitag nach München. Damit der Schluss-Segen für den demnächst scheidenden Ministerpräsidenten stark und wirksam ist. Horst Seehofer war jedenfalls auch mit der zehnten Sternsinger-Delegation in seiner Amtszeit hochzufrieden: „Perfekt. Man möchte meinen, die haben das wochenlang trainiert“, sagte der Ministerpräsident nach der kleinen Zeremonie dem Münchner Kirchenradio.

Nicht dauernd in der "Staatskanzelei"

Gut vorbereitet hatten sich die Sternsinger-Trupps aus Landsberg, Pfaffenhofen, Friedberg und Biberach allerdings tatsächlich: Die Unterlagen über das diesjährige Beispielland Indien studiert und die Lieder geprobt für den großen Moment. „Man ist ja nicht dauernd in der Staatskanzelei“, meinte eine kleine Sternsingerin. Aufgeregt seien sie gewesen, „weil den Horst Seehofer sieht man ja auch nicht oft“, ergänzte ein anderes Mädchen.

Der Ministerpräsident überreichte jeder Gruppe 100 Euro als Startspende, bevor die Buben und Mädchen in ihren Heimatgemeinden an den Haustüren läuten und Geld sammeln. In diesem Jahr machen sie besonders auf die weltweit 168 Millionen Kinder aufmerksam, die kaum zur Schule gehen können, weil sie arbeiten müssen. Wie in den Vorjahren sparte Horst Seehofer auch nicht mit Lob: Jeder Politiker müsse dankbar dafür sein, wenn sich gerade junge Menschen für andere engagierten, da bräuchten sie auch „die Anerkennung und das Bewusstsein, dass sie respektiert und ernst genommen werden“.

Das letzte Mal

Im nächsten Jahr wird die Anerkennung für die Sternsinger jemand anders übernehmen müssen. Wie so vieles war es für Horst Seehofer das letzte Mal. Aber wenn Kinder als Könige und Königinnen verkleidet für einen guten Zweck in die Staatskanzlei kommen, dann ist das auch für den bayerischen Ministerpräsidenten ein emotionaler Moment: „Der Wandel gehört zwar zur Demokratie. Trotzdem, wenn er dann stattfindet, hat man immer ein Stück Wehmut, weil einem in der Zeit die Menschen und das Land ans Herz gewachsen sind.“ Er sei aber mit sich im Reinen, betont Seehofer, und dankbar für das was er alles machen durfte und darf: „Man sollte auch mal als Mensch zufrieden sein mit Situationen.“

Zufrieden waren jedenfalls die Sternsingergruppen aus dem Bistum Augsburg. Und das nicht nur, weil Sie ihre Segenswünsche in der Zirbelstube der Staatskanzlei an den Türsturz schreiben durften. Sie freuen sich schon auf die bevorstehenden Einsätze in ihren Heimatorten.

Vielleicht ist das auch ein Trost für Horst Seehofer. Wenn er die Sternsinger im nächsten Jahr nicht mehr in der Staatskanzlei empfangen kann, dann schauen sie bestimmt gern bei ihm zuhause vorbei.

Audio

Beitrag im Münchner Kirchenradio

Sternsinger bei Seehofer

Der Autor
Alois Bierl
Chefreporter Sankt Michaelsbund
a.bierl@st-michaelsbund.de


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