Fünf Jahre Missbrauchsskandal Schock, Aufklärung, Prävention

20.02.2015

Vor fünf Jahren wurden die ersten Missbrauchsfälle im Kloster Ettal öffentlich gemacht. Mit denen wurde ein Stein ins Rollen gebracht. Weitere Fälle wurden bekannt. Durch das Erzbistum ging ein Aufschrei der Empörung.

 

Vor 5 Jahren wurden die ersten Missbrauchsfälle öffentlich. (Bild: imago)

München/Ettal – Vor fünf Jahren wurden die ersten Missbrauchsfälle im Kloster Ettal bekannt. Für den Sprecher des Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsvereins, Robert Köhler, waren das damals keine unbekannten Informationen. Schon vor dem öffentlichen Bekanntwerden standen die Opfer in Kontakt mit den Benediktinermönchen. Untereinander hätten sich die Ordensbrüder aber nicht ausgetauscht. Das sei für ihn unverständlich gewesen, so Köhler zu den Münchner Kirchennachrichten. Entscheider hätten nichts gewusst. Problematisch sei gewesen, dass es einen Disput darüber gab, was stattgefunden habe und was nicht.

Es muss klare Regeln geben

Um Missbrauch in der Kirche in Zukunft zu verhindern, hat sich in den letzten fünf Jahren viel getan. So hat das Erzbistum München und Freising die Koordinationsstelle für Prävention von sexuellem Missbrauch ins Leben gerufen. Das schwierige bei sexualisierter Gewalt ist, dass die Täter und die Täterinnen eben nicht zu erkennen seien, dass es hochkompetente empathische Menschen seien, die ihre Fähigkeit, Vertrauensbeziehungen aufbauen zu können für ihre Zwecke und ihre Bedürfnisse ausnutzen, so die Präventionsbeauftragte Gisela Prechtl. Um Missbrauch zu verhindern, brauche es vor allem klare Regeln im Umgang mit Kindern. Doch auch Kinder und Jugendlichen müssen sensibilisiert werden und zwar so „dass sie sagen können hier stimmt was nicht oder hier macht jemand was mit mir, was mir nicht gut tut und ich kann mich nicht dagegen wehren“.

Vorbild: Kirchliche Präventionsarbeit

Um deshalb werden unter anderem an 22 kirchlichen Schulen im Erzbistum die Lehrkräfte geschult. Diese Art der Präventionsarbeit ist auch Vorbild für andere Schulträger. So würden sich diese bei kirchlichen Schulen informieren, was sie machen und was sie sich „abschauen“ könnten, so Peter Bartlechner. Er ist ebenfalls als Präventionsbeauftragter im Erzbistum München und Freising angestellt.

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