So klappt es mit dem Weihnachtsliedersingen Schräge Töne unter dem Christbaum

20.12.2016

Auch, wenn sich Casting-Shows seit Jahren großer Beliebtheit erfreuen - die Deutschen sind nicht unbedingt die fleißigsten Sänger. Einmal im Jahr, an Heiligabend unter dem Christbaum, wird aber doch in vielen Familien gesungen...

Viele Weihnachtslieder findet man im Gotteslob © Fotolia

München/Frasdorf – So schräg es auch klingt, unterm Christbaum wird gesungen. Eine Tradition, die wichtig ist, sagt die Musikpädagogin Magdalene Schranner-Seits aus Frasdorf. „Es gibt keine unmusikalischen Menschen. Es ist wichtig sich zu trauen. Jeder, der Freude daran hat, kann singen“, sagt sie. Die Stimme ausprobieren, das sei wichtig und fördere das Vertrauen in sich selbst. Dazu lässt sie die Teilnehmer ihrer Fortbildungen auch mal vom Blatt gleichzeitig völlig unterschiedliche Lieder singen – es darf auch mal richtig schräg klingen.

Als „Einstiegsdroge“ eigenen sich die klassischen Weihnachtslieder wie „Stille Nacht, Heilige Nacht“ besonders gut, findet sie. Die alten Lieder seien in uns genetisch verankert und gäben uns ein Naturvertrauen. Sie seien die Basis, danach könne man natürlich auch mit moderneren, rhythmischen Liedern weitermachen.

Einsatz moderner Medien

Natürlich ist die Unterstützung durch Instrumente sehr schön, wer aber nicht gut Noten lesen kann und keine Instrumente zur Verfügung hat, darf auch die modernen Medien nutzen und sich bei Youtube mal anhören, wie es andere machen. Am besten wäre es da gleich selbst aktiv dabei zu sein, sagt Schranner-Seits. „Immer wieder versuchen mitzusingen, sich einschwingen und oft wiederholen, das hilft bei der Entwicklung der eigenen Singstimme und Intonation“, erklärt die Musikpädagogin.

Musik zur Kommunikation

Dass gerade unterm Christbaum gesungen wird sei kein Zufall, meint Schranner-Seits. Singen sei eine nonverbale Kommunikationsmöglichkeit und stelle den Kontakt zwischen den Menschen her. Gerade an Weihnachten, wo die Ansprüche oft hoch seien und es dadurch auch immer wieder zu Streits käme, sei Musik eine ausgezeichnete Möglichkeit miteinander etwas zu tun – ganz ohne Konflikt. Denn, ob „Maria durch ein Dornwald ging“, „Oh Du Fröhliche“ oder „Ihr Kinderlein kommet“ - da lasse sich schnell eine Einigung finden. (Stefanie Schmid)


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