„Buch macht Schule, Schule macht Buch“ Schülerinnen schreiben Buch über Jugendobdachlosigkeit

25.10.2019

Unterstützung bekommen die Schülerinnen der Fachakademie für Sozialpädagogik in der Münchner Au von der Schriftstellerin Carola Kupfer.

Eifrig besprechen die Mädchen der Abschlussklasse ihr Buchprojekt.
Eifrig besprechen die Mädchen der Abschlussklasse ihr Buchprojekt. © Mineva/SMB

München – Während andere Abschlussklassen sich auf Prüfungen vorbereiten, schreiben die Studierenden in der Fachakademie für Sozialpädagogik der Armen Schulschwestern am Münchner Mariahilfplatz ein Buch. Bereits im Juli beschloss die Klasse, sich am Projekt „Buch macht Schule, Schule macht Buch“ mit einem eigenen Werk zu beteiligen. Dieses Bildungsprojekt wurde von dem Verleger Wolfgang Schröck-Schmidt – zusammen mit der freien Schriftstellerin Carola Kupfer – vor neun Jahren speziell für Schulklassen konzipiert.

Schulleiterin Schwester Gisela Hörmann selber war es, welche die Idee in die Klasse einbrachte, verbunden mit der Frage, ob die angehenden Erzieherinnen dieses Projekt reizvoll fänden und sich daran beteiligen möchten. Trotz der klaren Ansage, dass es richtig viel Arbeit ist, kam von Seiten der Klasse ein einstimmiges und begeistertes „Ja, wir wollen das und wir machen das“. Der Entscheidungsprozess, welchen thematischen Schwerpunkt der Jugendroman aufgreifen solle, führte nach intensiven Diskussionen bald zur Situation obdachloser Jugendlicher – gibt es doch laut Sozialreferat etwa 1.600 wohnungslose Minderjährige allein in München. Als erzählerische Nebenstränge werden noch Drogen und eine frühe Schwangerschaft in die Handlung hineinverwoben. Ein Titel war auch schnell gefunden, der die oft unsichtbaren Nöte aufgreift, in die Jugendliche geraten können: „Invisible“.

Sponsoring und Marketing erarbeiten

Unterstützung erhalten die jungen Autorinnen von Carola Kupfer, die im Juli und September mit der Klasse je einen Projekttag durchführte, um den „Plot“, also die Handlung, zu entwickeln, Strategien zu Sponsoring und Marketing zu erarbeiten und die am 3. Dezember bevorstehende Pressekonferenz zum Erscheinungstermin des Buches professionell vorzubereiten. Großzügig sagte die Theresia-Gerhardinger-Stiftung zu, dieses Projekt finanziell zu unterstützen – ist die Sorge für Benachteiligte doch ein Grundanliegen der Gründerin dieser Schule und des Ordens. Welches Ziel streben die jungen Frauen mit ihrem Buch an? „Wir wollen Empathie fördern und aufmerksam machen auf verborgene Probleme junger Menschen. Und Perspektiven aufzeigen, dass Jugendliche in schwierigen Situationen auch Anlaufstellen kennen und wissen, dass sie nicht alleingelassen werden.“ (Elena Mineva, MK-Praktikantin.)


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