Christi Himmelfahrt in Anzing Schwebende Christusfigur winkt

24.05.2017

Einmal im Jahr wird in Anzing viel Muskelkraft gebraucht. Denn dann wird die Christusfigur hoch zur Decke gezogen. An Christi Himmelfahrt begeht die Gemeinde das Brauchtum des Himmelfahrtaufziehens.

Die Christusfigur in Anzing © SMB/Moser

Anzing – Nur noch in drei Kirchen im Erzbistum München und Freising wird der Brauch des Christusaufziehens begangen. Dabei wird die Figur des Auferstandenen, die seit Ostern in der Kirche aufgestellt war, durch eine Öffnung in der Decke des Kirchenschiffes mit einer Kurbel hochgezogen. Im Evangelium steht, dass Christus den Blicken seiner Jünger entzogen wird.

Genau diese Szene wird vor der Predigt dargestellt. So werde die Christusfigur hochgezogen und entziehe sich so unseren Blicken, sagte Pfarrer Bernhard Waldherr den Münchner Kirchennachrichten. Die Christus Figur verschwindet dann durch das so genannte Heilig-Geist-Loch. Pfarrer Waldherr hält weiter an dem Brauch fest. Für ihn ist das Christusaufziehen eine Art Meditation in der die Gläubigen den Evangeliumstext nachbetrachten können.

Muskelkraft wird benötigt

Mesnerin Gertraud Pilch ist dafür zuständig, dass die „Auffahrt“ reibungslos abläuft. Es werde mit der Hand gekurbelt, so dass einige „Muckis“ gebraucht würden, sagte sie. Durch das gedrillte Seil würde sich die Figur beim Aufziehen zu drehen beginnen, beschreibt sie das Spektakel weiter: Es sehe aus, als würde die Figur jedem zuwinken.

Christi Himmelfahrt wird 40 Tage nach dem Ostersonntag, also immer an einem Donnerstag, begangen. Sowohl das Lukas-Evangelium als auch die Apostelgeschichte berichten, wie Jesus vor den Augen der Jünger emporgehoben wurde und auf einer Wolke in den Himmel aufgefahren ist. Die Himmelfahrt bedettet für die Kirche den endgültigen Eintritt Jesu in die göttliche Herrlichkeit. (kas/chm)


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