50jähriges Jubiläum Schwestern zwischen Bayern und Bolivien

06.07.2013

Die Schwestern von der heiligen Familie haben an diesem Samstag das 50jährige Jubiläum ihrer Missionstätigkeit in Bolivien begangen. 1963 zogen auf Einladung des Erzbischofs von Sucre vier Mitglieder des Ordens aus dem Münchner Mutterhaus in die Anden.

Schwester Leontine Schönauer und die bolivianische Regionaloberin Maria Anachuri beim Jubiläumsfest (Bild: Sankt Michaelsbund)

Dort sollten sie die bayerischen Missionspriester unterstützen. Vier Wochen seien sie per Schiff unterwegs gewesen, um an ihr Ziel zu kommen, berichtete Schwester Leontine Schönauer in einem Podiumsgespräch während des Festaktes. „Das wichtigste Gepäckstück war das Wörterbuch“, so die Ordensfrau, die zu den ersten ausgesandten Missionarinnen zählte. Sie hätten ihre Arbeit fast ohne Spanischkenntnisse angetreten. Im bolivianischen Sucre kümmerten sich die Schwestern vor allem um junge Hausangestellte. In einer bis heute bestehenden „Academia“ sorgten sie für Fort- und Ausbildungsmöglichkeiten und machten gegenüber den Arbeitgebern die Rechte der Mädchen und Frauen geltend. Neben der Academia konnte die Schwesterngemeinschaft in den vergangenen 50 Jahren ein Armenhospital, eine Kirche sowie ein städtisches Gesundheitszentrum errichten. Darüber hinaus bauten sie die Familienpastoral in der Diözese auf, inklusive einer eigenen Medienzentrale und psychologischer Beratung. Die Schwestern geben bis heute Religions- und Hauswirtschaftsunterricht und unterhalten eine Schulspeisung für 200 Kinder.

Nach Angaben der Gemeinschaft sind zur Zeit 17 Mitschwestern in Bolivien tätig, die von zahlreichen Angestellten unterstützt werden. Um die Missionstätigkeit dauerhaft zu sichern, kündigte Generaloberin Schwestern Maria Schöpf an, einen Stiftungsfond einzurichten. Damit sollen die Projekte, der Lebensunterhalt der Ordensfrauen in Bolivien und der Unterhalt der Gebäude gesichert werden, sagte die Generaloberin dem Münchner Kirchenradio. Die zahlreichen Spender und Förderer seien aber weiterhin von entscheidender Bedeutung. Zu dem Jubiläumsfest im Mutterhaus an der Münchner Mutterhaus an der Blumenstraße waren rund 80 Gäste gekommen. (alb)

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