Angebote der Kirche Seelsorge für Sinti und Roma

02.01.2014

In der Debatte um die seit 1. Januar wirksame Arbeitnehmerfreizügigkeit für Rumänen und Bulgaren geraten auch sie in den Mittelpunkt: Die Bevölkerungsgruppe der Sinti und Roma, die in beiden Ländern verhältnismäßig stark vertreten ist. Im Erzbistum München und Freising werden sie von einem Seelsorger begleitet und auch die Caritas hilft bedürftigen Sinti und Roma.

Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Berlin (Bild: imago/Stefan Zeitz)

München - Das Erzbistum München und Freising hat 1993 eine eigene Stelle mit Namen „Seelsorge für Sinti und Roma“ eingerichtet. Heute heißt die Stelle „Seelsorge für ethnische Minderheiten“. Die Stelle ist deutschlandweit einzigartig, denn in keinem anderen Bistum ist für diesen Dienst eine volle Stelle veranschlagt.

Im Erzbistum München und Freising leben schätzungsweise zwischen 5.000 und 7.000 katholische Sinti und Roma, die Mehrheit von ihnen in München. Diakon Ivica Viskovic betreut sie seit Oktober 2013 in der Münchner Pfarrei Mariä Sieben Schmerzen. Sinti und Roma seien sehr religiöse Menschen und nähmen deswegen Gottesdienste, Bibelabende, Besinnungstage oder Seelsorgegespräche gerne an, so der 48-jährige Familienvater.

Gleichzeitig ist Viskovic auch als Vermittler tätig: Viele Sinti und Roma hätten mit finanziellen Problemen, Wohnungs- und Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Oft mache der Diakon sie dann auf Angebote der Caritas oder der Münchner Tafel aufmerksam. Ein großes Problem seien auch die Vorurteile, mit denen Sinti und Roma nach wie vor in der Gesellschaft konfrontiert werden – eine Herausforderung auch für die Seelsorge.

Dabei sei es wichig, auf Sinti und Roma zuzugehen. „Durch die Taufe sind wir alle in Christus gleich“, erinnert Viskovic. Im Mittelpunkt der Seelsorge stehe der Mensch, also auch Sinti und Roma, so der Diakon. (es/ksc)

Dossier über Sinti und Roma in München


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