Prozession mal anders Segen aus der Rikscha

23.06.2020

Zu Fronleichnam bringen Katholiken Christus im Allerheiligsten auf die Straßen. In Zeiten von Corona mussten dafür kreative Lösungen her. Im Pfarrverband Vier Heilige Trudering Riem setzte man sich aufs Fahrrad.

Pfarrer mit Monstranz in Rikscha
Mit dem Allerheiligsten in der Rikscha brachte Pfarrer Czempik den Segen Gottes zu den Menschen. © Pfarrverband Vier Heilige Trudering Riem

Trudering-Riem – Fronleichnam konnte heuer wegen Corona vielerorts nicht mit einer traditionallen Prozession begangen werden. Trotzdem wollte man im Pfarrverband Vier Heilige Trudering Riem Gott und seinen Segen auf die Straße zu den Menschen bringen. Schon am Palmsonntag gab es dazu eine ungewöhnliche Idee im Pfarrverband. Damals waren die Seelsorger mit dem Allerheiligsten im Cabrio auf den Straßen des Pfarrgebiets unterwegs. Auch für die Aktion vergangenen Sonntag fand sich ein ungewöhnliches Verkehrsmittel.

Der Pfarrverband bekam vom Erzbistum München und Freising eine Rikscha für die Seniorenseelsorge zur Verfügung gestellt. Zur Einweihung durfte sie nun das Allerheiligste transportieren. Der Weg wurde zuvor auf der Website des Pfarrverbands angekündigt. Am frühen Nachmittag startete die Aktion mit der Segnung der Rikscha. Anschließend wurden die Fahrradhelme aufgesetzt und fleißig in die Pedale getreten.

Laolawelle für das Allerheiligste

An manchen Häusern wurden die fahrenden Seelsorger erwartet. Einige Pfarrangehörige schmückten kleine Altäre. Pfarrer Arkadiusz Czempik freuten auch die spontanen Begegnungen mit Menschen, die nichts von der Aktion gewusst hatten. "Wir begegneten auch Menschen, die wir nicht aus der Kirche kannten, die sich niedergekniet und bekreuzigt haben.", erzählt er im Interview mit mk online. An einer Stelle wurde die Rikscha mit dem Allerheiligsten sogar von einer Laolawelle begrüßt. Czempik freut es, dass Jesus auf so unterschiedliche Art verehrt wird.

Die Rikscha soll in Zukunft für die Seniorenseelsorge genutzt werden. Wenn das wegen Corona notwenige Hygienekonzept steht, sollen damit kleine Ausfahrten für Senioren ermöglicht werden. Freiwillige mit Zeit und Beinkraft können sich dafür in den Pfarrbüros des Pfarrverband melden.

Die Autorin
Valerie Tiefenbacher
Medienmanagerin/Social-Video-Managerin
v.tiefenbacher@st-michaelsbund.de


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