Sternsinger in der Staatskanzlei Segen für Seehofer

30.12.2016

Sternsinger kommen überall hin. Auch zu Ministerpräsident Horst Seehofer in die bayerische Staatskanzlei. Jedes Jahr statten ihm die kleinen Könige und Königinnen sozusagen einen Staatsbesuch ab.

Royals bei Seehofer: Als Könige verkleidete Sternsinger in der Staatskanzlei © SMB/Kiderle

München – Es kommt nicht oft vor, dass Horst Seehofer verdutzt ist. An diesem späten Freitagnachmittag ist er es aber schon. Zumindest ein bisschen. Denn normalerweise bekommt er beim Sternsinger-Empfang „Die heil'gen drei König' mit ihrigem Stern“ zu hören. Dieses Mal war es das schwungvolle „Laudato si“, sogar mit Geige, Querflöte und Gitarre begleitet. Die Sternsinger haben dieses Loblied auf die Schöpfung in der Bayerischen Staatskanzlei gesungen, weil die Erde vom Klimawandel bedroht ist und besonders Kinder in Afrika darunter zu leiden haben. Für sie sammeln auch die Sternsinger Spenden und sie werden vom Bayerischen Ministerpräsidenten immer zur Jahreswende empfangen. Dabei lösen sich die bayerischen Diözesen ab. Im vergangen Jahr war das Bistum Würzburg dran, dieses Mal durften Buben und Mädchen aus dem Erzbistum München und Freising kommen. Das Erzbischöfliche Jugendamt hatte dazu einen Malwettbewerb ausgeschrieben. Die originellsten Bilder kamen aus den Pfarreien Sankt Michael in Degerndorf, Sankt Michael in Poing, Sankt Ludwig in Oberau und aus der Pfarrkuratie Mariä Geburt in Frauenried.

Redlich verdienter Auftritt

Die 15 Kinder und Jugendlichen hatten sich also ihren Auftritt vor dem Ministerpräsidenten redlich erarbeitet und sich dafür in Schale geworfen: Mit prächtigen Kostümen, Turbanen und Kronen hatten sie sich als Könige und Königinnen verkleidet, wie das bei den Sternsingern so üblich ist. „Der Ministerpräsident ist ja fast auf der ganzen Welt so ein bisserl bekannt und des erlebt man nicht alle Tage, dass man zu dem kommen darf“, sagt die 14-jährige Vroni und die anderen Sternsinger nicken. Aber gerade weil es etwas Besonderes ist, ist es auch etwas Aufregendes: Das Herz hat schneller geschlagen, der Bauch gekribbelt und die Hände wurden feucht, erzählen sie. Spätestens als Horst Seehofer in den Ministersaal trat, die Fotografen sich drängelten und die Fernsehkameras liefen.
Trotzdem ist alles gut über die Bühne gegangen und der Ministerpräsident hat sich über diesen alljährlich wiederkehrenden Staatsbesuch der kleinen Könige gefreut. „Das ist eine schöne Tradition im kirchlichen Geist und für einen guten Zweck“, sagt er in das Mikrofon des Münchner Kirchenradios. Und er kommt ins Schwärmen über seine eigene Sternsinger-Zeit. Das Gemeinschaftserlebnis und die Begegnung mit den Menschen, hätten ihm am besten gefallen. Letzteres sei ihm bis heute geblieben, fügt Seehofer noch an.

Noch mehr Motivation beim Sammeln

Dann schreiben die Sternsinger aus dem Erzbistum den Segensspruch "C+M+B 2017" in der holzvertäfelten Zirbelstube der Staatskanzlei an. Die Buchstaben stehen für "Christus Mansionem Benedicat", Christus schütze dieses Haus.
Der Ministerpräsident plaudert noch mit den Buben und Mädchen. Die sind ziemlich beeindruckt und sammeln jetzt noch motivierter für Kinder in Not. „Wir sind jetzt ja auch ein bisschen berühmt“, sagt ein Mädchen. Und vielleicht würden sie manche Leute, bei denen sie in den nächsten Tagen sammeln, sogar aus den Nachrichten kennen. Vielleicht steigt dann auch die Spendenfreude. Den Anfang für ein gutes Sammelergebnis hat der Ministerpräsident zumindest gemacht. Er übergab jeder Gruppe einen Umschlag mit 100 Euro. Schon allein dafür hat sich der Besuch der Sternsinger in der Staatskanzlei gelohnt. (Alois Bierl)

Bei der Sternsinger-Aktion Anfang 2016 haben im Erzbistum München und Freising über 20.000 Kinder und Jugendliche 2,8 Millionen Euro gesammelt. Bundesweit waren es nach Angaben des Kindermissionswerks rund 300.000 Kinder und 46,2 Millionen Euro. Das Motto der jetzigen Aktion lautet "Gemeinsam für Gottes Schöpfung - in Kenia und weltweit!". Die Spenden sollen für Kinder verwendet werden, die vom Klimawandel direkt betroffen sind, etwa in der kenianischen Region Turkana.

Audio

Münchner Kirchenradio: Sternsinger beim Ministerpräsidenten

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