Single in Corona-Zeiten Sehnsucht nach Liebe

09.07.2020

Während des Corona-Lockdowns waren Singles auf sich allein gestellt. Wer allein wohnte, hatte kaum Kontakt zu anderen Menschen. Online-Dating-Plattformen waren stark nachgefragt.

Hand einer Frau tippt auf Handy auf dem eine Dating-App geöffnet ist
Online-Dating bot in der Corona-Krise Singles die Möglichkeit weiterhin neue Menschen kennenzulernen. © oatawa - stock.adobe.com

Während des Corona-Lockdowns waren Kontakte nur mit Mitgliedern im eigenen Haushalt erlaubt. Für Singles hieß das, auf sich selbst gestellt zu sein. Ein Treffen mit anderen war zu der Zeit nicht möglich. Eine Umfrage der Online-Dating-Plattform Parship besagt, dass jeder dritte Single aufgrund der Coronapandemie unter Einsamkeit leidet. „Der Wunsch nach emotionaler Nähe treibt Singles in dieser Zeit auch vermehrt zum Online-Dating.“, sagt Single-Experte und Parship Coach Eric Hegmann.  Dadurch, dass Treffen nicht stattfänden, sind die Gespräche und Nachrichten oft tiefsinniger geworden. Singles würden sich mehr Zeit nehmen, passende Partner anzuschreiben und sich auszutauschen.

Christliche Plattformen

Das spiegelt sich auch in den Zahlen der christlichen Singlebörse Chringles.de wieder. Nach eigenen Angaben hat die Plattform im April einen starken Anstieg der Registrierungen feststellen können. Im Vergleich zum Februar dieses Jahres habe sich die Mitgliederzahl etwa verdoppelt, ebenso die bezahlten Mitgliedschaften. Daraus schließt ein Sprecher der Singlebörse, dass viele Singles Zeit und Lust hätten mit anderen in Kontakt zu treten. Denn wer nicht zahlt, kann zwar auf Nachrichten von Mitgliedern antworten, aber nicht selbst aktiv anschreiben.

Chringles gehört zu den christlichen Singlebörsen wie zum Beispiel auch himmlisch-plaudern, kathTreff, Gigaherz oder Feuerflamme. Manche richten sich nur an Katholiken oder Protestanten; viele erheben von ihren Nutzern eine Gebühr. Der Markt wächst und wird immer bunter.

Religion ist kein Ausschlusskriterium

Für klassische Partnerportale spielt Spiritualität eher eine untergeordnete Rolle. "Religion und Glaube sind keine Persönlichkeitsmerkmale im engeren Sinn und werden deshalb im ersten Schritt nicht von uns abgefragt", sagt Jana Bogatz, Sprecherin von Parship. Die Erfahrung habe gezeigt, dass Religion kein Ausschlusskriterium sei und Glück und Unglück einer Beziehung nicht von dieser Frage abhänge. In ihrem frei zu gestaltenden Profil könnten Kunden Glauben aber selbstverständlich thematisieren und täten das auch. (kna/kas)

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