Autonomes Fahren Selbstfahrende Autos können Unfallzahlen senken

05.11.2016

Autos ohne Fahrer - diese Vision könnte bald Realität sein. Doch es gibt viele Bedenken: Wird diese Technik Arbeitsplätze kosten? Wie verhält sich das Auto in Gefahrensituationen? Wird es ethisch richtig reagieren? Trotz Kritik sieht Weihbischof Losinger die selbsfahrenden Autos positiv.

Selbstfahrende Autos können in der Zukunft Normalität sein.
Selbstfahrende Autos könnten in der Zukunft Normalität sein. © Fotolia.com/vege

Augsburg – Das sogenannte autonome Fahren dürfte nach Einschätzung des Augsburger Weihbischofs Anton Losinger die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. Eine der Hauptursachen für Unfälle sei menschliches Versagen, sagte er der in Augsburg erscheinenden "Katholischen SonntagsZeitung". "Dies könnte durch technische Hilfsmittel wie in einem selbstfahrenden Auto deutlich entschärft werden." Deshalb denke er prinzipiell positiv über die "Möglichkeiten, die wir heute haben".

Schutz des Menschen ist Priorität

Selbstfahrende Autos lenken sich automatisch, sie sind nicht mehr auf eine Person am Steuer angewiesen. Bisher gibt es nur Prototypen, die in der Erprobungsphase sind. Zur Lösung ethischer Fragen, die mit dem autonomen Fahren verbunden sind, hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Kommission "Automatisiertes und Vernetztes Fahren" gegründet. Losinger gehört dem Gremium an. Dobrindt habe bereits unterstrichen, dass in Grenzfällen etwa der Schutz des Menschen vor Sachbeschädigung geht, so der Weihbischof.

Weihbischof Losinger ist Mitglied der Kommission "Automatisiertes und Vernetztes Fahren".
Weihbischof Losinger ist Mitglied der Kommission "Automatisiertes und Vernetztes Fahren". © imago

Angst vor Arbeitslosigkeit ist unbegründet

"Ich glaube, dass das autonome Fahren kommen wird und uns in vielen Bereichen gute Dienste leisten wird", fügte Losinger hinzu. Ein Beispiel sei die Steuerung von Lastwagenkolonnen auf Autobahnen, wo immer wieder gravierende Auffahrunfälle geschähen. "Die Befürchtung, dass die Fahrer dann arbeitslos werden, ist unbegründet", sagte der Theologe. Sie würden eine andere Qualität von Arbeit erledigen, so wie heute bereits in vielen Bereichen mit Computern. "Die Arbeit wird nicht weniger, sondern anders." (KNA)


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