Der Syrien-Konflikt Selig sind die Friedfertigen

03.09.2013

Ein Militärschlag des Westens würde nur zu noch mehr Opfern auf allen Seiten des Bürgerkrieges führen. Gudrun Schneeweiß von der Friedensbewegung Pax Christi fordert daher die Stärkung von gewaltfreien Friedensbewegungen, auch wenn ihr Einsatz nicht zu einer schnellen Beilegung des Syrien-Konfliktes führt.

Gudrun Schneeweiß ist Sprecherin der Bistumsstelle München der Friedensbewegung Pax Christi (Bild: privat)

Der Blick nach Syrien ist in diesen Tagen – recht betrachtet – ein Blick in die Hölle. Regierungstruppen bekämpfen rücksichtslos das eigene Volk, ja scheinen nicht einmal vor Giftgasangriffen zurückzuschrecken. Den Aufständischen geht es schon lange nur noch um Landgewinn. Opfer sind die über 100.000 Toten und rund zwei Millionen Flüchtlinge, die das Land verlassen haben. Ein Militärschlag der USA brächte keine Lösung, sondern bedeutete nur noch mehr Opfer auf allen Seiten.

Die katholische Kirche stellt aber fest, dass „jede Kriegshandlung, die auf die Vernichtung ganzer Städte oder weiter Gebiete unterschiedslos abstellt, ein Verbrechen gegen Gott und den Menschen“ ist (Gaudium et Spes 80,4). Deswegen dringt Pax Christi International (PCI) in einer Stellungnahme vom 29. August 2013 darauf, dass sofort jegliche Waffenlieferung nach Syrien unterbunden wird, denn viele Staaten haben dadurch den bewaffneten Konflikt angestachelt. PCI fordert eine internationale Polizeitruppe, ruft alle Religionsführer zu einer gemeinsamen Gebetskampagne auf und bittet Papst Franziskus um Aufstellung einer Friedenstruppe aus Gläubigen aller Religionen. Diese Maßnahmen sollen die Arbeit der Diplomaten auf dem Weg zu einer vernünftigen Verständigung unterstützen.

In einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin fordert Pax Christi Deutschland gleichzeitig unter anderem ganz konkret: „Setzen Sie sich dafür ein, dass die zu einem Angriff entschlossenen Regierungen ihre Absicht aufgeben ... Arbeiten Sie auf einen Waffenstillstand hin ... Öffnen Sie die Politik für die Unterstützung von gewaltfreien Bewegungen.“

Wenn auch all diese Anregungen nicht schnell und wirksam umgesetzt werden können, bleibt gegen Unrecht jeglicher Art das Gebet und das Vertrauen auf die Verheißung Christi: „Selig die Friedenfertigen, sie werden das Himmelreich schauen.“ Daran können wir schon jetzt aktiv mitbauen.

Gudrun Schneeweiß ist Sprecherin der Bistumsstelle München der Friedensbewegung Pax Christi

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