Wehrbeauftragter Königshaus bei Feldjägern Seminarwoche für belastete Soldatenfamilien

23.08.2013

Mehr als 100.000 Soldaten hat die Bundeswehr bisher in Afghanistan eingesetzt. Diese müssen bei der Rückkehr ihre Erlebnisse oder die Trennung von der Familie verarbeiten. Dabei helfen sollen den bayerischen Feldjägern sogenannte Körper-Seele-Geist-Seminare. "Ich weiß, wie wichtig die Aufgabe ist, die Familien wieder zusammenzuführen", sagte Wehrbeauftragter Hellmut Königshaus.

Hellmut Königshaus, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestags (Bild: Sankt Michaelsbund)

Königshaus besuchte eines der Seminare in Schönau am Königssee. Dort können Soldatenfamilien - nach einem langen Einsatz des Vaters oder der Mutter im Ausland - eine Woche Urlaub machen. Auf dem Programm stehen Sport zum Stressabbau oder gemeinsame Grillabende. Zudem können die Teilnehmer mit Psychologen und Seelsorgern sprechen. Das Programm sei eine „tolle Sache“, sagte Königshaus den Münchner Kirchennachrichten. Er werde sich dafür einsetzen, dass die Seminare auch außerhalb Bayerns angeboten werden, so der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags.

Einer der Mitbegründer der Körper-Seele-Geist-Seminare ist Brigadegeneral Johann Berger, Kommandeur des Landeskommandos Bayern. Er habe festgestellt, dass die posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) bei den Soldaten durch den Afghanistan-Einsatz zugenommen haben, betonte der General. Er führt dies vor allem auf die zugespitzte Lage in Afghanistan zurück, „mit der erhöhten Aktivität von Al Quaida und den Taliban sowie immer brutaleren Anschlägen bis hin zu Dauergefecht“. Das sei eine Belastung für die Soldaten, die nur noch schwer zu verkraften ist.

Begleitet und mitfinanziert wird das Projekt von der Katholischen Militärseelsorge. „Unsere Militärpfarrer in den Einsatzgebieten und an den Standorten in Deutschland wissen, welchen besonderen Belastungen die Soldaten ausgesetzt sind“, sagte Militärdekan Monsignore Reinhold Bartmann. Es sei auch Aufgabe der Militärseelsorge die Familien nach Auslandseinsätzen zu begleiten, so Bartmann, der ab November das Amt des Generalvikars der Katholischen Militärseelsorge in Deutschland übernimmt.

Teilnehmer und Verantwortliche der Seminare hoffen nun, dass das Projekt auch nach Ende des Afghanistan-Einsatzes 2014 für die Soldaten angeboten wird. Dann ziehen sich die internationalen Einsatzkräfte mit den deutschen Soldaten weitgehend aus Afghanistan zurück. (ksc)


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