„Servus. Habedere!“

05.09.2017

Während der Sommermonate vertreten in der Erzdiözese München und Freising wieder 150 Priester aus der ganzen Welt ihre bayerischen Kollegen.

Pfarrer Robert Gonzalez beim Predigen. © privat

Buch am Erlbach/Warngau – Wenn zur Urlaubszeit die Autobahnen nach Süden voll sind, und die Flugzeuge Touristen in alle Himmelsrichtungen ausfliegen, dann dürfen auch Pfarrer ein wenig Abstand nehmen, um Kraft für das Kirchenjahr zu tanken. Während ein Geistlicher aber seinen Urlaub nutzt, geht das Leben in einer Gemeinde natürlich weiter. 150 Priester aus Asien, Amerika und Afrika übernehmen diesen Sommer wieder Urlaubsvertretungen und kümmern sich um die Gläubigen, die zuhause geblieben sind. Die Arbeit im Erzbistum bedeutet für diese Priester aber aus unterschiedlichen Gründen auch Urlaub.

Aus der Wüste Arizonas nach Niederbayern

Eigentlich wollte Robert Gonzalez im Jahr 2000 auf die Fraueninsel im Chiemsee, „aber die Äbtissin meinte damals, sie brauchen keine Urlaubsvertretung. Heute bin ich darüber sehr glücklich.“ Die Kirche St.Peter und Paul und das Pfarrheim im niederbayerischen Buch am Erlbach sehen auf ihrem Hügel ein wenig wie in einem Bilderbuch aus. Kein Platz für Hektik. Ganz anders als für den Pfarrer, der für vier Wochen die Gemeinde an der Grenze zu Oberbayern betreute. Seit 17 Jahren kommt Dr. Robert Gonzalez jedes Jahr in den Pfarrverband Steinzell. Dort fühle er sich schon ein klein wenig „Zuhause“. Nach seiner Zeit als Philosophieprofessor am Päpstlichen Kolleg Josephinum in Columbus, Ohio, kam der Priester sogar für ein Sabbatsemester nach Niederbayern: „Hier habe ich entdeckt, dass der Priesterberuf die richtige Entscheidung war.“ Aktuell ist er im 10.000km entfernten Tucson, Arizona, tätig, doch die Urlaubsvertretung in Buch am Erlbach gehört für ihn einfach dazu: „Man bekommt ein besonderes Gefühl, wenn man in so einer kleinen Gemeinde die Messe feiert. Ich lese keinen Text mehr vor. Ich erzähle einfach was mir über den Herrn auf dem Herzen liegt – mit allen grammatischen Fehlern – weil ich ihn hoffentlich kenne.“


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