Das richtige Aufstellen der Krippe So fühlen sich Maria und Josef zu Hause

07.12.2018

Viele stellen nun ihre Krippe auf. Michael Jaumann, Chef des Familienunternehmens Holzbildhauerei Kreutz in Gröbenzell, gibt Tipps dazu.

Damit der Krippe ein Licht aufgeht...
Damit der Krippe ein Licht aufgeht... © SMB/S.Schmid

Der Krippenaufbau – darauf kommt es laut Michael Jaumann an:

1. Die Platzierung:

Als erstes sollte natürlich der Stall stehen. Auch wenn viele ihn direkt unter den Christbaum stellen, ist es sinnvoller, ihn erhöht an einen Ort zu stellen, an dem man oft vorbeigeht und so die Krippe oder die Höhle immer wieder sieht. Das Platzieren auf einem Schränkchen oder Tischchen ist besonders für Tierbesitzer wichtig, denn nirgends liegt eine Katze so gerne, wie in der Krippe, erzählt der Krippenbauer.

2. Die Landschaft:

Im nächsten Schritt kommt Moos in die Krippe. Das kann und sollte man viele Jahre verwenden, weil es immer schöner wird. Wer trotzdem noch neues holen möchte oder Stellen ausbessern möchte, der sollte jetzt schnell in den Wald. Wichtig ist: für die Krippe werden nicht die hohen Moosteppiche am Boden verwendet, sondern man sollte das dünne von den Bäumen kratzen, sonst versinken Hirten und Schafe im Grün. Das Moos sollte dann noch so gut wie möglich getrocknet werden, denn Feuchtigkeit richtet großen Schaden an Figuren und Stall an. Ganz wichtig deshalb auch: im Gegensatz zum Christbaum das Moos in der Krippe niemals mit Wasser besprühen.

3. Bäume und Co:

Wer nicht im Krippenladen einkaufen gehen möchte, kann auch vieles in der Natur finden, was man für die Landschaft brauchen kann. Kleine Holzstapel aus Ästchen, kahle Bäume und Büsche aus Zweigen – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Allerdings macht es am meisten Spaß, wenn man das ganze Jahr über fürs Kripperl sammelt.

Modelleisenbahnliebhaber sind beim Krippenbau im Vorteil – vieles kann auch fürs Kripperl verwendet werden. Er kenne durchaus Landschaften durch die von Frühling bis Herbst der ICE und andere Züge brausen und im Dezember bieten sie Maria und Josef ein schönes Zuhause, erzählt Jaumann lachend.

4. Lampen und Co

Zum Stall gehört die richtige Beleuchtung. Rotes Licht habe es zwar vor 2.000 Jahren nicht gegeben, sagt der Krippenexperte, aber es macht ihn wärmer und sei deshalb durchaus möglich, findet Jaumann. Natürlich gehört eine Lampe in den Stall – die gibt es in allen Größen, aus Holz und Metall. Fehlen darf auch das Hirtenfeuer nicht.

5. Ins richtige Licht gesetzt

Die Beleuchtung von Außen sei nach wie vor ein Problem, sagt der Experte. Natürlich wolle man die Heilige Familie gut sehen, aber trotzdem soll eine Krippe eine heimelige Atmosphäre vermitteln. Der 120 Watt-Strahler sei also nicht angebracht. Wieviel Licht nötig, wieviel zu viel sei, müsse letztendlich jeder selbst entscheiden.

6. Maria, Josef und die Hirten auspacken

Jetzt können sie in der Krippe einziehen – aber schön vorsichtig. Die größte Gefahr, Kopf oder Arm zu verlieren, besteht für Maria, Josef und alle Anderen beim Auspacken. Idealerweise waren die Figuren die vergangenen Monate trocken, aber luftig gelagert. Nicht selten findet man auf Figuren oder Stall Schimmelspuren. Das passiert nicht, wenn man die Figuren nur locker in ein Seidenpapier einschlägt. Dieses beim Auspacken unbedingt aufheben, denn um so öfter es verwendet wird, um so geschmeidiger wird es.

7. Der richtige Ort zur richtigen Zeit

Wer jetzt schon die Krippe aufstellen möchte, was der Experte dringend empfiehlt, der braucht Maria und Josef in doppelter Ausführung. Denn nun kniet Maria noch nicht im Stall, sondern die beiden sind erst auf dem Weg. Und natürlich ist auch die Krippe noch leer. Traditionell darf das Kind, das am bravsten war, es am 24. Dezember in die Krippe legen, erzählt Michael Jaumann. Die Hirten dürfen aber auch jetzt schon an ihrem Lager sein und auch die Könige packt man schon aus. Sie stehen aber erst mal am anderen Ende des Zimmers im Regal.

8. Das Posing

Wenn die Figuren platziert werden, passieren die meisten Fehler. Dabei gilt es genau auf die Blickrichtung der Figuren zu achten. In den meisten Krippen steht Maria links neben dem Jesuskind, wenn man von vorne auf die Krippe schaut, und Josef rechts. Trotzdem sollte man genau überprüfen, dass die Maria dann auf ihr Neugeborenes schaut und auch Josef nicht gedenkenverloren ins Leere blickt.

9. Die Tierwelt

Traditionell dürfen die Schafe, Ochs und Esel nicht fehlen. Wobei der Holzbildhauer sicher ist, dass ursprünglich eine Kuh und kein Ochse neben Jesus stand. Denn die Menschen brauchten schließlich im Stall eine Kuh, die Milch gibt. Deshalb kann man in seinem Laden neben unzähligen Ochsen auch Kühe kaufen. Überhaupt bietet der Krippenhandel mittlerweile alles, was der Tierfreund begehrt. Wer möchte, kann die Krippe sogar mit einem Maulwurf ausstatten. Auch sehr beliebt ist, so Jaumann, dass ein Hund in der Krippe steht, der möglichst wie Wastl oder Mirko aus der eigenen Familie aussieht.

10. Das Tüpfelchen auf dem i

Jetzt geht es an die Ausstattung. Ob Mistgabel, Kehrbesen, Krüge oder Säge – es gibt kaum etwas, was man im Krippenladen nicht im Kleinformat findet. Das Ausstatten muss nicht sein, macht aber Spaß. Und das ist es, was das bayrische „Kripperl“ von der traditionellen Krippe unterscheidet und es individuell macht, sagt Jaumann.

Die Autorin
Stefanie Schmid
Radio-Redaktion
s.schmid@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Advent Weihnachten

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