Zeichen des Glaubens So geht das Kreuzzeichen richtig

17.06.2019

Abends mit den Kindern beten: Der Tag war lang und anstrengend. Da wird das Kreuzzeichen schon mal etwas schludrig.

Übung macht den Meister - auch beim Kreuzzeichen
Übung macht den Meister - auch beim Kreuzzeichen © SMB/sschmid

Vatikan/München – Papst Franziskus hat Christen im Januar 2018 zu mehr Achtsamkeit bei der Geste des Kreuzzeichens aufgefordert. Besonders Kinder machten oft nur schnell irgendwelche Bewegungen und wüssten nicht, was sie tun, weil ihnen das Kreuzzeichen und seine Bedeutung nie richtig erklärt worden sei, sagte der Papst. "Bitte, Mütter, Väter, Omas und Opas: Bringt den Kindern das Kreuzzeichen richtig bei", mahnte das Kirchenoberhaupt.

Lernen vom Vorbild

Monika Mehringer Gemeindereferentin und Leiterin des Fachbereichs Kinderpastoral im Erzbistum München und Freising unterstützt diese Forderung. “Kinder lernen vom Vorbild“, sagt sie. Wenn bereits Kleinkinder regelmäßig sähen, wie das Kreuzzeichen richtiggemacht wird, würden sie das automatisch übernehmen. Richtig sei es, mit den Fingerspitzen der rechten Hand zuerst die Stirn zu berühren, dann den Bauch, die linke und danach die rechte Schulter. Linkshänder dürfen das Kreuzzeichen mit der linken Hand und spiegelverkehrt machen.

Wichtig sei jedoch, so Mehringer, mit den Fingerspitzen die Stirn, bzw. den Bauch und die Schultern richtig zu berühren und das nicht nur anzudeuten oder im Kreis „rumzuwischen“. Eine große Hilfe sei es dabei, zumindest im Stillen „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen“ mitzusprechen. Dann sie man nicht dazu geneigt, „schludrig“ zu werden. Spreche man das Kindern laut vor, sei das eine große Unterstützung. Die Mädchen und Buben sollten von klein auf sehen, mit welcher Achtsamkeit die Erwachsenen das Kreuzzeichen machen. Kinder hätten ein starkes Gefühl für Atmosphäre und die sei bei Kreuzzeichen spürbar.

Großes und kleines Kreuzzeichen

Das große Kreuzzeichen wird zu Beginn und Ende des Gottesdienstes, so wie zu Beginn und Ende eines jeden Gebets gemacht. Neben diesem großen Kreuzzeichen gibt es auch das kleine Kreuzzeichen, bei dem mit dem Daumen jeweils ein Kreuz über Stirn, Mund und Brust gezeichnet. In der Liturgie wird dieses Kreuzzeichen vor dem Evangelium gemacht, um zum Ausdruck zu bringen, dass der Gläubige das Wort Gottes verstehen, verkündigen und verinnerlichen will. Kleine Kinder, die eben durch Nachahmung lernen, würden oft gerade im Gottesdienst anfangs immer den Priester nachahmen und beispielsweise beim Segen auch die Hände ausbreiten, erzählt Mehringer. Das sei normal und nicht schlimm. Bald schon beginnen fast alle Kinder dann aber die Gemeinde als Vorbild zu sehen.

Wissenswert

Das Kreuzzeichen erinnert an den Kreuztod Jesu. Es wurde erst im 4. Jahrhundert als gemeinsames Zeichen üblich. Erstes Erkennungszeichen der Christen war der Fisch.

Der Text wurde erstmals am 18. Januar 2018 veröffentlicht.

Die Autorin
Stefanie Schmid
Radio-Redaktion
s.schmid@st-michaelsbund.de


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