Kolping Bildungsagentur So gelingt Integration in Arbeit und Ausbildung

03.01.2019

Kein Schulabschluss, Entwicklungsstörungen oder schlechte Deutschkenntnisse – das sind die häufigsten Ursachen dafür, weshalb Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden. Die Kolping Bildungsagentur engagiert sich für die jungen Menschen. Ihre Erfolgsquote kann sich sehen lassen.

Jugendliche lernen zusammen.
Jugendliche lernen zusammen. © peampath - stock.adobe.com

Die Kolping Bildungsagentur engagiert sich für junge Leute, denen die Voraussetzung für den Start in die Ausbildung fehlt. Kein Schulabschluss, Entwicklungsstörungen oder schlechte Deutschkenntnisse sind die häufigsten Ursachen dafür, dass Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden, erklärt Christina Niggl. Sie koordiniert bei der Kolping Bildungsagentur in Bad Tölz die Zusammenarbeit mit den Berufsschulen in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach.

Zusammen mit den Schulen organisiert Kolping die Berufsintegrationsklassen. Die Schüler besuchen eine Hälfte der Schulzeit die Berufsschule und verbringen die andere in der Bildungsagentur. Dort durchlaufen sie eine berufliche Orientierungs- und Qualifizierungsphase und erhalten eine intensive Förderung in deutscher Sprache. Außerdem organisiert Kolping betriebliche Praktika. Denn das erhöhe später die Chance auf einen Ausbildungsplatz, erklärt Niggl. Und wer noch keinen Schulabschluss hat, kann den in der Berufsintegrationsklasse nachholen.

Einmal im Monat heißt es im Münchner Kirchenradio (MKR): Kolpingstunde! Eine Stunde lang wird über ein aktuelles Kolping-Thema gesprochen, es werden die neuesten Nachrichten aus dem Kolpingwerk präsentiert und auf aktuelle Veranstaltungen bei Kolping im Erzbistum hingewiesen. Die Podcasts zur Sendung finden Sie hier.

Christina Niggl arbeitet bei der Kolping Bildungsagentur in Bad Tölz.
Christina Niggl arbeitet bei der Kolping Bildungsagentur in Bad Tölz. © SMB

Die Erfolgsquote bei dieser speziellen Form der Berufsvorbereitung kann sich sehen lassen: 85 Prozent der Schüler bekommen nach der Maßnahme tatsächlich einen Ausbildungsplatz, erzählt Niggl nicht ohne Stolz. Jedes Schuljahr würden natürlich Kämpfe ausgefochten mit den Schülern, wenn sie sich zunächst verweigern oder es Probleme mit den Eltern gibt. Wenn dann aber der Moment kommt, dass der Schüler im Praktikum endlich einmal einen Acht-Stunden-Tag durchhält und schließlich den Ausbildungsvertrag in der Tasche hat, habe sich der Aufwand gelohnt. Viele besuchten sie nach der Ausbildung und sagten: „Frau Niggl, das war genau das Richtige, und super, dass Sie damals auch ein bisschen streng waren und mich so genervt haben.“

Für Niggl sind das die „Wahnsinnsmomente“, die sie in ihrer Arbeit bestätigen. Die haben ihr auch immer wieder geholfen, schwierige Zeiten durchzustehen. Gerade die vielen jugendlichen Asylbewerber seien seit Herbst 2015 eine große Herausforderung für sie und ihr Team gewesen. „Es war eine Riesenwelle, und wir haben ganz fest zusammenhalten müssen.“ Mit der Zeit sei aber ein Netzwerk aus vielen Helfern entstanden, mit dem man die Lage gemeistert habe. Und Niggl fügt ganz selbstverständlich hinzu: „Es geht kein Schüler von uns, der nichts in der Hand hat.“ Das gelte für alle Schüler, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund.

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de


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