Hochwasser in Niederbayern So helfen Notfallseelsorger

12.06.2016

Neben den Feuerwehren sind auch Notfallseelsorger im niederbayerischen Überschwemmungsgebiet unterwegs. Sie sind für die Menschen da, die alles verloren haben da. Doch nicht nur die brauchen Hilfe.

Notfallseelsorger unterstützen die Menschen in Simbach am Inn. (Bild: imago) © imago

Simbach – Im niederbayerischen Überschwemmungsgebiet ist noch viel zu tun: Der Schutt türmt sich am Straßenrand, es riecht nach Heizöl und überall versuchen Helfer, die Häuser vom Schlamm zu befreien. Neben den Feuerwehren und vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern sind auch Notfallseelsorger da. Dabei bringen die Notfallseelsorger vor allem eins mit: Zeit. Sie würden Dasein und vor allem die Gefühls-und Gemütszustände der Menschen aushalten, so Notfallseelsorgerin Edith Häusler. Sie würden nicht weglaufen, wie es vielleicht andere tun, weil sie es nicht ertragen. Der Schock über das Erlebte kommt wahrscheinlich erst in den nächsten Tagen: Derzeit seien sie noch in der aktiven Phase – sie wollen was tun, sie wollen was arbeiten. Die Menschen seien traumatisiert. Es sei ihnen vermutlich noch nicht bewusst, was passiert sei und was auf sie zukomme, so Häusler weiter.

Auch die Helfer brauchen Hilfe

Doch nicht nur die Menschen, die ihren Besitz verloren haben, brauchen Hilfe. Auch die ehrenamtliche Helfer, sagt Andreas Steinhäuser. Der Gemeindereferent aus dem Pfarrerverband Velden (Erzbistum München und Freising) ist auch Notfallseelorger. Die Ehrenamtler seien teils überfordert, wenn sie die Schicksale der Menschen sehen und merken würden, dass ihr Beitrag auch nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein“ sei. Aber natürlich, meintSteinhauser, wäre ohne die Hilfe der Freiwilligen so vieles so schnell nicht möglich gewesen.

Hier erfahren Sie mehr zu der katholischen Notfallseelsorge im Erzbistum München und Freising.

Die Schicksale der Menschen so nah zu erleben, nimmt auch die Seelsorger selbst gehörig mit. So hat Andreas Steinhäuser im Schlaf immer wieder die Funksprüche der Feuerwehr gehört. Für ihn ist es daher wichtig, selbst jemanden zu haben mit dem er reden kann. (ww/kas)

 


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