Ausbildung So meistert die Journalistenschule ifp die Corona-Krise

06.06.2020

Normalerweise herrscht in der Journalistenschule ifp großes Treiben. Jetzt ist das Haus in München verwaist. Stattdessen ist sie im virtuellen Raum sehr aktiv.

Raum mit Computern
Die Arbeitsräume in der Jounalistenschule sind derzeit leer. © Burkhard Mücke

München – Das traditionelle Jahrestreffen des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp) wäre heuer schon ein wenig besonders geworden, erzählt Direktor Bernhard Remmers. Hätte man doch vom 13. bis 15. November in München zusammenkommen wollen, wo die Journalistenschule der katholischen Kirche in Deutschland auch ihren Sitz im umgebauten Kapuzinerkloster St. Anton hat. 250 Gäste hatte man erwartet, die Katholische Akademie in Bayern als Veranstaltungsort war gebucht – doch dann kam die Corona-Pandemie und das Treffen musste gecancelt werden.

Remmers selbst sitzt seit dem Lockdown Mitte März im Homeoffice in seiner Heimat Osnabrück. Anfangs habe man noch versucht, einen gerade gestarteten Kurs durchzuführen, das sei aufgrund der Kontaktbeschränkungen und mit Rücksicht auf die Gesundheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach wenigen Tagen aber aufgegeben worden: „Es machte keinen Sinn mehr, man konnte sich mit keinem Gesprächspartner mehr für Übungsreportagen treffen, Dozenten konnten nicht mehr ins Haus kommen“, blickt Remmers zurück. Einstweilen finden im ifp bis zum 31. August keine Präsenzseminare mehr statt, auch Reisen und Sonderveranstaltungen wurden abgesagt. Ausfallen muss in diesem Jahr auch das Mentoring-Programm.

Mit Kreativität auf virtuellen Wegen

Die Journalistenschule in der Isarvorstadt ist in diesen Tagen verwaist, Stühle und Bänke in der Cafeteria sind hochgestellt, die Seminarräume leer, Techniker warten gelegentlich die diversen Geräte, das gesamte Team befindet sich im Homeoffice, lediglich Kapuzinerpater Helmut Rakowski vom benachbarten Kloster, der geistliche Direktor, hält vor Ort die Stellung. Doch auf anderen, vor allem virtuellen, Wegen ist das ifp quicklebendig: Nach dem ersten Corona-Schock wich die Lähmung einer großen Kreativität der Mitarbeiter und Ausbildungsverantwortlichen: Seminare finden nun online als sogenannte Webinare statt.

Volontäre und Stipendiaten treffen sich mit ihren Dozenten und Ausbildern in virtuellen Konferenzräumen. „Und nach der Seminareinheit verabreden sich unsere jungen ifp lerinnen und ifp ler sogar zum Feierabendbier – statt im Haus oder im ehemaligen Kreuzgang eben im Web“, erzählt Remmers lachend. Klar, den direkten persönlichen Kontakt im Haus könne dies nicht ersetzen, aber immerhin.

Auswahlverfahren per Videokonfernez

Für spirituelle Impulse sorgt Pater Helmut mit seinen wöchentlichen Meditationen in den sozialen Netzwerken. Daneben macht sich eine Facebook-Gruppe „ifp Kirche digital“ Gedanken über eine christliche Welt im virtuellen Netz von morgen. Mittlerweile gehören ihr über 80 Interessierte an.
Und unlängst gab es eine weitere Premiere in der 52-jährigen ifp-Geschichte: Die neuen Volontärinnen und Volontäre wurden erstmals bei einer zweitägigen Videokonferenz ausgewählt, auch die Ausbildungsredaktionen stellten sich den jungen Menschen bei einem ganztägigen Redaktions-Chat im Halbstundentakt vor und standen für Fragen offen.

Angesichts dieser Vielzahl an digitalen Kommunikationsmöglichkeiten blickt Remmers durchaus optimistisch in die Zukunft. Das ifp habe sich der Corona-Herausforderung erfolgreich gestellt und sie gut bewältigt. Dennoch wäre es schön, fügt er an, wenn im November 2021 das verschobene Jahrestreffen dann an der Isar steigen könne – ganz direkt und persönlich.

Der Autor
Florian Ertl
Münchner Kirchenzeitung
f.ertl@st-michaelsbund.de

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Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie

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