Tipps gegen das Frieren in der Kirche So wird der Gottesdienst warm und gemütlich

13.10.2016

Ohne Schal, Handschuhe und dicke Jacke ist jetzt in der kalten Jahreszeit ein Gottesdienst-Besuch nicht mehr denkbar. Wer dazu den richtigen Platz wählt, der hat es noch wärmer. Damit Sie nicht frieren, hier die besten Tipps.

Nicht nur Schal und Mütze sorgen dafür, dass wir in der Kirche nicht frieren. Auch der richtige Sitzplatz ist entscheidend.
Nicht nur Schal und Mütze sorgen dafür, dass wir in der Kirche nicht frieren. Auch der richtige Sitzplatz ist entscheidend. © fotolia/Victoria M

München – Im Sommer ist man für eine Abkühlung in ihr dankbar, im Winter könnte es ruhig wärmer in ihr sein. Die Rede ist von der Kirche. Sinken gegen Jahresende die Temperaturen, macht sich das auch im Gottesdienst bemerkbar, vor allem in rund 500 Kirchen der Erzdiözese München und Freising. Diese besitzen nämlich keinerlei Heizung.

Wer in einer der anderen 4.500 Kirchen der Erzdiözese sitzt, hat zwar eine Heizung vor Ort, könnte aber trotzdem frieren. Denn es gibt gute und schlechte Plätze. Die vordersten Reihen machen nicht nur den Pfarrer glücklich, sondern schützen auch vor der Zugluft. Die ist bei den hintersten Bänken spürbar, aber auch die Plätze nah an der Mauer sind ungemütlich. Die Fenster mit meist normaler Einscheibenverglasung halten die Kälte nämlich nicht ab.

In der Kirche sinnvoll heizen

Zu niedrige Temperaturen sind nicht nur ungemütlich für die Gläubigen, sondern greifen auch das Gebäude selbst sowie Kunstgegenstände und die Orgel an. Trotzdem sind Kirchen, die eine Heizung haben, nicht zwangsläufig auf der sicheren Seite. Schädlich sind auch zu schnelle Temperaturwechsel. Aber wie geht's richtig? Eine Grundtemperatur von 8-9° C im Winter ist laut Fachmann Herrmann Hofstetter ideal. Für Gottesdienste oder andere Veranstaltungen empfiehlt er: nicht höher als 13-15° C. Außerdem darf nicht zu schnell geheizt werden.

Energieberatung vor Ort

Kirchen mit alten Heizungen können sparen ohne aufzurüsten. Oftmals fehlt einfach das Wissen über die optimale Nutzung. Dieses Wissen vermittelt das Projekt "Schöpfungsverantwortung" der Erzdiözese München und Freising. Mitarbeiter des Projekts wie Herrmann Hofstetter bieten Energieberatung vor Ort und Kurse an, die den bestmöglichen Umgang mit Heizungssystemen vermitteln. Auch sogenannte Kleinoptimierungen können viel bewirken, wie zum Beispiel der Einbau einer modernen Effizienzpumpe, die bis zu 20 Prozent der Verbrauchsleistung einsparen kann und so auch letzten Endes der Umwelt zugute kommt. Gespart werden kann selbst mit einfachen Mitteln. Der Tipp vom Experten: Bei kleineren Veranstaltungen auf kleinere Räume ausweichen.

Heizung ist nicht gleich Heizung

Muss tatsächlich eine neue Heizung her, gibt es einige Optionen: Neben der Zentralheizung gibt es Bodenheizung und Sitzbankheizung. Letztere erzeugt bei niedrigem Energieeinsatz eine große Wärmeleistung. Sie ist auch eine gute Ergänzung bei bereits vorhandenen großen Heizsystemen. Die ideale Heizung gibt es nicht. Da muss jeder selbst entscheiden. Weitere Infos gibt es beim Projekt "Schöpfungsverantwortung" der Erzdiözese München und Freising. (Ralph Würschinger)


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