Feedback Sollen Gottesdienste bewertet werden?

19.09.2017

Im Restaurant, im Baumarkt oder am Flughafen sind Bewertungen schon längst üblich. Bald auch in der Kirche? Pater Alfons Friedrich hat hierzu eine ganz klare Meinung.

Feedback nach dem Gottesdienst - Vielleicht bald Realität?
Feedback nach dem Gottesdienst - Vielleicht bald Realität? © Fotolia

Bewertung Nein – Rückmeldung unbedingt. Der Gottesdienst ist keine Veranstaltung wie eine Show im Fernsehen oder eine Aufführung im Theater. Im Vordergrund steht immer die Verkündigung des Wortes Gottes und die Gemeinschaft im Brotbrechen. Dafür hat der Priester eine besondere Dienstrolle einzunehmen – aber auch eine besondere Verpflichtung.

Egal um welche Form von Gottesdienst es sich handelt, alle Seelsorger müssen mit Sorgfältigkeit und Aufmerksamkeit das Wort Gottes und die Menschen im Blick haben. Es geht immer um eine lebendige Verkündigung, das heißt um ein Hineintragen in die konkrete Lebenssituation der Menschen.

Auch auf Facebook wurde die Frage diskutiert. Die User waren sich bei der Frage nicht einig. Die einen finden: Auf jeden Fall, ein Feedback ist wichtig. Der Priester muss wissen, etwa, ob der Gottesdienst hilfreich bei der Suche nach Gott war oder der Besucher etwas mitgenommen hat, das für sein Leben Relevanz hat. Andere sagten klar Nein – der Gottesdienst sei keine Show, die Performance des Priesters sei zweitrangig.

Dabei ist es wichtig und tut gut, Rückmeldung zu bekommen. Ob die angestrebten Ziele erreicht werden, ob die Sprache verständlich ist, ob die gewählten Bilder mich berühren, ob die Botschaft rüber kommt. Ich persönlich meine: Dazu braucht es keine Bewertung, egal ob positiv oder negativ.

Der Autor, Alfons Friedrich, ist Salesianerpater und Pfarradministrator im Münchner Pfarrverband Haidhausen.

Pater Alfons Friedrich hat die Frage auch mit Journalistin Tanja Bergold diskutiert. In der Sendung „Die Bergold und der Pater“ im Münchner Kirchenradio nehmen die Beiden kein Blatt vor den Mund. Hier können Sie nachhören, ob die Beiden sich bei der Frage einig waren.


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