Asylsozialberatung der Caritas Sozialpädagoge hilft 150 Flüchtlingen

03.08.2015

Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, stehen hier vor vielen Herausforderungen: vom Erlernen der Kultur und Sprache bis zum Ausfüllen des Asylantrags. Caritas-Asylsozialberater Jonas Goll hilft ihnen dabei und erklärt, was bei seiner Arbeit am wichtigsten ist.

Flüchtlinge vor der Bayernkaserne in München (Archivbild: imago/epd) © imago/epd

München - Asylsozialberater Jonas Goll ist einer der ersten Ansprechpartner für Flüchtlinge in der städtischen Unterkunft in München am Moosfeld. Etwa bei Fragen zum Asylantrag oder zu Deutsch-Kursen. Dort organisiert der Sozialpädagoge des Caritas-Flüchtlingsdiensts "Alveni" vor allem Termine und Ansprechpartner für die Flüchtlinge. "Ich suche Therapeuten für sie, schicke sie zu Ärzten oder in einen Sprachkurs." Der bürokratische Teil stehe bei seiner Tätigkeit im Vordergrund, für "Beziehungsarbeit" mit den Flüchtlingen habe er kaum Zeit.

Ein Frau, die Jonas Goll berät, ist Parwin Mansouri. Vor zwei Jahren ist sie mit ihrer Familie vor dem Krieg in Afghanistan nach Deutschland geflohen. Die fremde Sprache zu lernen, fällt Mansouri sehr schwer – darum hat sie ihre Tochter Nages als Übersetzerin dabei. Wie Nages haben auch ihre vier Geschwister schnell Deutsch gelernt. Ein Erfolg, zu dem laut Mansouri Asylsozialberater Jonas Goll entscheidend beigetragen hat: "Am wichtigsten war für uns, dass Herr Goll uns geholfen hat, sehr schnell Deutsch-Nachhilfe für unsere Kinder zu bekommen. Auch wenn es um Fragen beim Asylantrag und um Briefe vom Amt ging, war Herr Goll immer für uns da."

Ansprüche herunterschrauben

Jonas Goll ist für 150 Asylbewerber zuständig. Manchmal fühle er sich dabei schon überlastet. "Wenn man alles machen wollte, was an Bedarf da ist, dann würde man hier nicht mehr wegkommen", sagt der Asylsozialberater. Deshalb müsse er seine eigenen Ansprüche an die Rahmenbedingungen der Arbeit anpassen. Für manches nimmt er sich trotzdem ganz bewusst Zeit. So lässt Goll die Flüchtlinge häufig Papiere und Dokumente selbst ausfüllen. Dadurch könnten sie lernen, Schwierigkeiten in Deutschland selbst zu meistern. "Dass sie einfach ein gutes Gefühl haben, wenn sie ausziehen, und keinen Sozialarbeiter mehr brauchen." (ksc/lms)

Das Unterstützungsportal des Erzbistums München und Freising zu Asyl und Flucht finden Sie hier.


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