Kolpingstunde Spagat zwischen echter und virtueller Begegnung

24.09.2020

Wieviel Abstand verträgt eine Gemeinschaft? Eine Frage, die auch die Kolpingjugend in den kommenden Monaten beschäftigen wird.

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Begeisterung und Gemeinschaftsgefühl entstehen aus realen Begegnungen. Diese sind aber durch Corona noch für längere Zeit limitiert. Wie andere Jugendverbände steht auch die Kolpingjugend vor der kniffligen Aufgabe, das Gemeinschaftsleben in Pandemiezeiten aufrecht zu erhalten, von der Gruppenstunde vor Ort bis hin zur Arbeit in den diözesanen Gremien.

 

 

Erste Schritte in die noch ungewohnte Normalität sind gemacht. Die Diözesanleitung hat ein Hygienekonzept erarbeitet, dass die Kolpingjugend-Gruppen für ihre Veranstaltungen auf der Homepage abrufen können. Für Anja Leineweber, Mitglied im Diözesanen Arbeitskreis der Kolpingjugend, ein Schritt in die richtige Richtung. Sie hat während des Lockdowns miterlebt, wie man versucht hat, auf virtuelle Weise zusammenzukommen. Angefangen von einer Fotoaktion auf Instagram über die üblichen Video-Konferenzen bis hin zur jährlichen Zukunftswerkstatt, die dieses Jahr wegen der verschobenen Diözesankonferenz online stattgefunden hat. Für Leineweber war die virtuelle Zukunftswerkstatt eine ambivalente Erfahrung. Auf der einen Seite habe man viele Ideen erarbeitet, auf der anderen Seite war da auch diese innere Gereiztheit nach fünf Stunden Videokonferenz. Vor allem das persönliche Miteinander beim gemeinsamen Essen, Spielen oder Morgensport, das bei einer echten Konferenz gepflegt wird, hat sie vermisst. Sie glaubt deshalb, dass sich virtuelle Konferenzen auf Dauer nicht durchsetzen werden und hofft auf die Zeit nach Corona.

Für Diözesanpräses Monsignore Christoph Huber geht es in die ähnliche Richtung. Er möchte sich trotz seiner Erfahrungen im Lockdown nicht festlegen, ob sich die Jugendarbeit tatsächlich digitalisieren lässt. Für ihn ist wichtiger, dass es nun mit den neuen Regeln weitergeht. Er verweist auf den Gruppenleiterkurs in den Herbstferien, wo die zukünftigen Leiter für die neue Lage sensibilisiert werden und das Rüstzeug mitbekommen, damit sie mit Blick auf Corona verantwortlich handeln können. Spiele mit Abstand seien nun gefragt, so Huber, anstatt untätig abzuwarten, bis die Krise vorbei ist. Für ihn ist dieser Weg alternativlos, denn er befürchtet, dass bei einer zu langen Pause viele ganz wegbleiben und nicht mehr wieder kommen werden.



Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de


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