Nachhaltiger Bildungscampus Spatenstich für die Zukunft

24.09.2020

Mit dem Campus St. Michael in Traunstein will das Erzbistum München und Freising eine Vorreiterrolle für nachhaltige Bildung einnehmen.

Von links: Kirchenpfleger Simon Schreiber, Campus Direktor Wolfgang Dinglreiter, Ordinariatsdirektorin Sandra Krump, Oberbürgermeister Christian Hümmer und Architekt Tobias Mattes.
Von links: Kirchenpfleger Simon Schreiber, Campus Direktor Wolfgang Dinglreiter, Ordinariatsdirektorin Sandra Krump, Oberbürgermeister Christian Hümmer und Architekt Tobias Mattes. © SMB/Bauer

Traunstein – Fünf Spaten stoßen in den Boden. Die ersten paar Schaufeln Erde, die sie herausbefördern, sind zwar nicht besonders beeindruckend, haben aber Symbolcharakter: Es ist der langersehnte Startschuss für den Campus St. Michael – des Prestigeprojekts der Erzdiözese München und Freising. Traunstein im Chiemgau soll damit zum Zentrum für nachhaltige Bildung im Erzbistum werden. Hier sollen die Inhalte der Umweltenzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus umgesetzt und gelebt werden. Ein Ort, an dem „Zukunft und Hoffnung aus einer christlichen Perspektive entstehen kann“, wie Sandra Krump, die Leiterin des Bildungsressorts im Erzbischöflichen Ordinariat, beim Spatenstich betont.

Kinder bekommen eigenen Garten

Als erstes wird dafür ein neuer Kindergarten auf dem Gelände des Studienseminars St. Michael gebaut. Platz für vier Gruppen mit 100 Kindern, die „mit der Natur leben und wachsen lernen“, soll hier entstehen, so Krump. Das pädagogische Konzept der „Kindergärtnerei“ beinhaltet dafür unter anderem, dass jedes Kind sein eigenes Stück Garten bekommt, erklärt Kindergartenleitung Anita Rehrl: „Da wird dann je nach Saison etwas angepflanzt, geerntet und zu einem passenden Thema verarbeitet.“ So sollen die Kinder von klein auf lernen, Verantwortung für die Natur zu übernehmen.

Der Nachhaltigkeitsaspekt kommt auch in der Architektur der „Kindergärtnerei“ zum Tragen: Als Baustoff wird Holz verwendet und Architekt Tobias Mattes hat das Gebäude außerdem – für einen Kindergarten ungewöhnlich – zweistöckig entworfen. „Gerade, wenn man etwas nachhaltig baut, spielt nämlich die Frage der Bodenversiegelung eine wichtige Rolle“, erklärt er. Um möglichst wenig Fläche zu versiegeln, werden deshalb zwei Etagen gebaut und auf dem Dach soll außerdem eine Wiese angelegt werden, durch die Regenwasser langsamer versickert und zugleich ein Insektenhabitat entsteht.

Mehr als 45 Millionen Euro Gesamtkosten

4,2 Millionen Euro sind für den Bau der „Kindergärtnerei“ veranschlagt, deren Eröffnung schon für den Herbst nächsten Jahres geplant ist. Bis 2023 sollen außerdem ein neues Internatsgebäude und ein Forumsgebäude in nachhaltiger Lehmbauweise für diverse Partnerorganisationen auf dem Campus entstehen. Zusätzlich soll das bestehende Gebäude des Studienseminars St. Michael saniert werden, um in Zukunft Platz für Bildungswerkstätten zu bieten. Die finanziellen Mittel stammen dabei von der Erzdiözese, der Bischof Arbeo Stiftung und Fördergeldern aus öffentlicher Hand.

Vor knapp einem Jahr waren die Pläne für das insgesamt rund 45 Millionen Euro teure Unterfangen der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Der Termin für den Baustart im Frühjahr konnte aufgrund der Corona-Pandemie aber nicht eingehalten werden. Umso erleichterter zeigte sich Campus-Direktor Wolfgang Dinglreiter über den Spatenstich beim Kindergarten: „Diesen Startschuss braucht das ganze Projekt und ich bin froh, dass es endlich losgeht!“

Der Autor
Korbinian Bauer
Radioredakteur
k.bauer@st-michaelsbund.de


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