Debatte um Echtheit des Petrusgrabes Spektakuläre Reliquienschau

22.11.2013

Zum ersten Mal zeigt der Vatikan am Sonntag öffentlich die Reliquien des Apostels Petrus. Bei der Abschlussmesse zum "Jahr des Glaubens" ist der Behälter mit Knochensplittern zu sehen.

Der Papstaltar im Petersdom in Rom (Bild: imago/imagebroker)

Rom – Erstmals in der Geschichte zeigt der Vatikan am Wochenende die Reliquien des Heiligen Petrus. Die Präsentation soll "ein letzter Höhepunkt" in dem von Benedikt XVI. ausgerufenen "Jahr des Glaubens" sein. Bei den Reliquien handelt sich um Knochenüberreste, die bei den archäologischen Grabungen 1940 bis 1951 unter dem Papstaltar des Petersdoms in einer Nische gefunden worden waren. Über die Echtheit des Petrusgrabes und insbesondere der Knochenreste streiten Wissenschaftler seit Jahrzehnten. Mit der Ankündigung der Ausstellung ist die Debatte neu entflammt.

Die Knochenüberreste waren in den 50er Jahren bei Ausgrabungen 12 Meter unter der Kirche entdeckt worden. Erst Jahre später wurden sie allerdings von der Epigraphik-Professorin Margherita Guarducci dem Apostel Petrus zugeordnet. Zur Begründung erstellte sie eine komplizierte Translationstheorie, nach der die Gebeine während der Christenverfolgungen im 3. Jahrhundert vorübergehend in die Sebastianskatakombe in Sicherheit gebracht wurden und später wieder in das eigentliche Grab zurückgekommen sein könnten. Viele Archäologen warnen dagegen, eine eindeutige Zuordnung von 2.000 Jahre alten Knochen zu einer bestimmten Person sei zu unsicher. Erzbischof Rino Fisichella, der Präsident des Päpstlichen Rates für Neuevangelisierung hat Überreste kürzlich deshalb auch als Reliquien bezeichnet, ''die die Tradition als diejenigen des Apostels anerkennt". (KNA/CS)

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