Jugendopfersonntag Spenden für Kinder mit Behinderung

12.12.2019

Wer am ersten Advent etwas in den Klingelbeutel geworfen hat, unterstützt damit ein ganz besonderes Wohnheim. Nämlich das des kinderorthopädischen Behandlungszentrums in Aschau.

Die Kinderorthopädische Klinik in Aschau.
Die Kinderorthopädische Klinik in Aschau. © Katholische Jugendfürsorge

Aschau – Wenn die 18-jährige Manu spricht, macht sie das mit den Händen. Was man dann hört ist die etwas blecherne Stimme ihres Sprachcomputers – eines sogenannten Talkers. Manu trainiert gerade mit ihrer Logopädin Iris mit dem Talker. „Wir programmieren in der Therapiestunde zum Beispiel neue Wörter ein“, erklärt Iris. Hier im Würzburger Haus, dem Wohnheim des kinderorthopädischen Behandlungszentrums in Aschau, eine ganz normale Nachmittagsbeschäftigung. 20 Kinder im Alter zwischen drei und 21 Jahren leben in dem Haus am Ortsrand von Aschau. Hier werden sie rund um die Uhr betreut, unterrichtet und therapiert. Ganz individuell, je nach Art und Schwere ihrer Behinderung.

Spenden aus der ganzen Diözese

Wer am ersten Advent in den Kirchen etwas in den Klingelbeutel geworfen hat, der unterstützt damit das Würzburger Haus. Denn die Kollekten gingen dieses Jahr am sogenannten Jugendopfersonntag an genau diese Einrichtung der katholischen Jugendfürsorge. Von dem Geld sollen vor allem Hilfsmittel für die Betreuung der Kinder angeschafft werden. Es geht aber um mehr als nur Betreuung, sagt die Leiterin des Wohnheims Eva-Maria Rehberg: „Wir versuchen hier die Kinder fit fürs Leben zu machen.“ Selbstständigkeit ist das große Ziel. Dafür brauchen Jugendliche wie Manu die Möglichkeit zu lernen, wie sie mit den Hilfsmitteln, die es für sie gibt, umgehen können.

Orthesen, Rollstuhl und Tischtennisschläger

Auch der 13-jährige Lukas hat schon Wünsche, wie das Geld eingesetzt werden könnte. Durch die Krankheit AMC sind seine Gelenke von Geburt an versteift, was ihn in seinen Bewegungen stark einschränkt, erklärt er: „Eigentlich bin ich überall eingeschränkt – außer im Gehirn!“ Um sich auf der Straße fortzubewegen benutzt Lukas deshalb einen Elektrorollstuhl. Im Würzburger Haus läuft er aber zu Fuß – mit Stützschienen, sogenannten Orthesen, an den Füßen und einem Helm zum Schutz bei Stürzen auf dem Kopf. So ausgerüstet kann er in der Ergotherapie zum Beispiel Tischtennisspielen. Dabei muss er sich den Schläger allerdings an seiner Hand festbinden, nach Dingen greifen kann er nämlich nicht so einfach. Deshalb soll für ihn auch ein Essroboter angeschafft werden, mit dem er möglichst selbstständig essen kann. Damit er keine ständige Begleitung braucht, will er außerdem seinen E-Rollstuhl mit einer Bedienhilfe für ein Smartphone ausstatten. So könnte er sich auch draußen alleine bewegen. Um das alles zu ermöglichen, hat die katholische Jugendfürsorge in den Kirchen im Erzbistum München und Freising am ersten Advent Geld sammeln lassen. Das Projekt in Aschau gibt es übrigens schon seit über 100 Jahren. Mit der Unterstützung der Gläubigen in der Erzdiözese wird es vielleicht auch noch weiter 100 Jahre fortbestehen. (Korbinian Bauer)

11§§Ob Wohnungslosigkeit, Integration oder Leben im Alter: Die sozialen Verbände im Erzbistum setzen die Botschaft des Evangeliums in aktive Hilfe um. Sie helfen mit die großen Herausforderungen der Zukunft zu meistern und Sprechen darüber im Podcast.


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