25 Jahre Christophoruskapelle "Spirituelle Größe" am Flughafen München

22.05.2017

Nicht nur der Münchner Flughafen hat in diesen Tagen sein 25-jähriges Bestehen gefeiert: Auch die Christophoruskapelle am Airport Franz Josef Strauß hatte ihr Jubiläum. Dazu wurde die Kapelle extra renoviert.

Kreuz in der Christophorus-Kapelle im Münchner Flughafen. © Kiderle

München/Halbergmoos – Es ist der heilige Christophorus, Schutzpatron der Reisenden, der der Kapelle am Flughafen München seinen Namen gegeben hat. 25 Jahre wird in diesem Jahr der Airport im Erdinger Moos alt und mit ihm die Kapelle. Aus diesem Anlass feierten Weihbischof Bernhard Haßlberger und Oberkirchenrat Detlef Bierbaum unter anderem mit Vertretern des Münchner Ordinariates, der Flughafenleitung und der Deutschen Bischofskonferenz einen ökumenischen Gottesdienst. „Menschen kommen in die Kapelle um zu beten, sich zu freuen, zu danken, zu bitten. Wir sehen Glück und Erfüllung, aber auch Verzweiflung“, betonte Flughafenseelsorger Franz Kohlhuber zu Beginn.

Mit Blick auf das Gleichnis des Barmherzigen Samariters betonte Weihbischof Haßlberger, dass der Nächste immer der sei, der gerade da sei: „Bezogen auf die Kapelle und die Dienste bedeutet das, dass sie da sind für die Menschen, die Hilfe, die Ruhe im Trubel des Flughafens brauchen. Sie erfahren hier, dass Gott da ist, ganz gleich, wo sie gerade sind.“ Haßlberger dankte den Haupt- und Ehrenamtlichen für ihre Tätigkeit. Spannend sei die Vielfalt an Menschen, die die Kapelle besuche, betonte Oberkirchenrat Bierbaum: der Manager, der zum Bewerbungsgespräch fliege, die junge Familie auf dem Weg in den Urlaub oder der Flughafenmitarbeiter, der in Angst um seine Beziehung sei. „Sie alle sollen hier erfahren, dass wir von unserem Schöpfer in Liebe angesehen werden.“

Beim Jubiläumsgottesdienst mit Oberkirchenrat Detlef Bierbaum (hinten von links), Weihbischof Bernhard Haßlberger und den beiden Flughafenseelsorgern Stefan Fratzscher und Franz Kohlhuber. © Kiderle

Für jeden zugänglich

Die Flughafenkapelle hat ihren Ort nach Wunsch der Flughafenleitung im Zentralgebäude. Damit ist sie für jeden leicht zugänglich. Michael Kerkloh, Vorsitzender der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor der Flughafen München GmbH, sieht die Flughafenseelsorge als „originären Teil des Flughafens“. „Bereits in den 1970er Jahren hat sich Prälat Georg Schneider vom Erzbischöflichen Ordinariat für die Flughafenseelsorge und die sozialen Dienste eingesetzt, denn es ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit, dass es am Flughafen kirchliche Dienste gibt“, erklärt Kohlhuber.

Zum 25. Jahrestag hin ist die Kapelle auch renoviert worden. Sie wird dominiert von Glaswänden und sieben drei Meter hohen Glasstelen hinter dem Altar in transparent, weiß und blau. Rund 2,5 Millimeter Staub und Ruß mussten abgetragen werden. Die Glasarbeiten stammen von Glaskünstler Florian Lechner. Dieser hat dafür eine eigene Technik entwickelt, damit die Kapelle als Ort der Ruhe schalldicht und isoliert ist. Außerdem wurde für die Kapelle ein neues Lichtkonzept erarbeitet. Dem Sonnenlauf gemäß ändert das Licht seine Tönung von kalt und hell, zu warm und klar bis dunkel und gedämpft. Auch die Orgel wurde neu gestimmt. Neu in den Dienst genommen sind Ambo und Altarleuchter. Bereits am Eingang empfängt die Besucher ein spiritueller Impuls: Die Begriffe „Licht, Leben, Liebe, Frieden“ sind hier in drei Sprachen abgedruckt und sollen zum Nachdenken einladen. (agf)


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