Führungen im Liebfrauendom Spirituelle Stationen

05.08.2019

Diakon Matthias Scheidl möchte den Menschen von heute den Münchner Liebfrauendom mit seiner Geschichte, Kunstausstattung, religiösen Symbole und Gottesdiensten nahe bringen.

Diakon Matthias Scheidl bietet mit den "Dom.Stationen" besondere Führungen in der Frauenkirche an.
Diakon Matthias Scheidl bietet mit den "Dom.Stationen" besondere Führungen in der Frauenkirche an. © SMB/Ertl

München – Was Führungen betrifft, geht es im Münchner Liebfrauendom eher leger und sozusagen niederschwellig zu: Jeder darf außerhalb der Gottesdienstzeiten Gäste durch die Metropolitankirche führen und versuchen, ihnen das Bauwerk und seine Ausstattung mehr oder weniger nahezubringen. Anders als in anderen bekannten Kathedralen, wo man hierfür eine eigene Lizenz benötigt. Ganz soweit möchte Matthias Scheidl (50) nicht gehen, aber ein gewisses Grundwissen bezüglich Religion und (Kunst-)Geschichte sollte man seines Erachtens schon für ein derartiges Unternehmen mitbringen, damit es nicht zu banal, zu langatmig oder gar peinlich wird.

Für die Menschen von heute

Dass der Dom neben den reinen historischen und kunstgeschichtlichen Fakten auch einen schier unerschöpflichen Reichtum an spirituellen Schätzen zu bieten hat, wissen heute nur noch die wenigsten beziehungsweise können damit nichts mehr anfangen. Genau hier setzt nun Scheidl an: Der hauptamtliche Diakon am Münchner Dom will die diversen Arten, in denen der Glaube in diesem über 500 Jahre alten Gotteshaus seinen reichen Ausdruck gefunden hat – egal, ob in Kunst, Bild oder religiösen Zeichen und spirituellen Symbolen – den Menschen von heute nahebringen und quasi in ihren Alltag holen. Dafür hat er seit dem letzten Jahr eine eigene Reihe entwickelt: „Dom.Stationen“.

Diakon Matthias Scheidl kennt sich im Liebfrauendom aus.
Diakon Matthias Scheidl kennt sich im Liebfrauendom aus. © SMB/Ertl

Spiritueller Akzent

„Es war der Wunsch von Dompfarrer und Domkapitel, ein etwas anderes Format von Führungen zu entwerfen“, erläutert Scheidl. Hierfür hat er auch vor kurzem eine Ausbildung zum Kirchenführer mit pädagogischem Schwer-punkt im Erzbistum Bamberg absolviert. Ausgehend von einem Kunstwerk, einer Statue, einem Gemälde oder einem Fensterbild vermittelt der Diakon neben den Basisinformationen stets einen spirituellen Akzent: Die kostenlosen Führungen beleuchten entweder den Tagesheiligen, zielen auf das Kirchenjahr mit seinen geprägten Zeiten ab oder sind auf Festtage und die Diözesangeschichte abgestimmt. Auch Psalmen werden ab und an gedeutet oder im Advent die O-Antiphone. Oft schließt sich die Vesper an oder die Führung findet an Hochfesten nach dem 10-Uhr-Gottesdienst statt.

Angeregter Austausch

Außer Scheidl sind Experten vom Diözesanarchiv oder Seelsorger vom Dom im Einsatz. Treffpunkt ist zumeist unter der Orgelempore. In der Regel nehmen knapp zehn bis gut 50 Personen teil. Die Dauer beträgt 15 Minuten, längere Führungen sind auf 30, 45, 60 oder auch 90 Minuten angesetzt. Häufig komme es zu einem angeregten Austausch mit den Teilnehmern: „Das sind schöne Gespräche, die oft tief gehen“, weiß Scheidl aus Erfahrung. Das ist ganz in seinem Sinne: Man richte sich offen an alle, „die aus der Kunst des Doms Kraft für den eigenen Glauben schöpfen wollen“. Scheidl will ihnen „von der Schönheit des Glaubens und von seinem Mehrwert für Leben zu erzählen“.

Die nächsten „Dom.Stationen“ finden am Dienstag, 6. (16.15 Uhr) und Sonntag, 11. August (18.30 Uhr), statt. Mehr dazu finden Sie hier.

Der Autor
Florian Ertl
Münchner Kirchenzeitung
f.ertl@st-michaelsbund.de


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