Familie bricht auf zur Mission in Südafrika Start in ein neues Leben

07.09.2018

Ein Leben in der Sonne am Meer – davon träumen viele. Die Hochhäuslers, eine Familie mit 10 Kindern, ist am Freitag dazu aufgebrochen. Ihre Zukunft heißt: Mission in Südafrika

Aufbruch nach Südafrika © SMB/sschmid

Flughafen München – Aufregung bis zur letzten Minute. Die Fluggesellschaft fordert die originalen Geburtsurkunden aller Mitreisenden. Papa Wolfgang Hochhäusler hat alles dabei: Tickets, Visa, die beglaubigten Übersetzungen der Geburtsurkunden, aber nicht das deutsche Original. Es sind noch drei Stunden bis zum Abflug nach Dubai und dann weiter nach Kapstadt. In einer Stunde müssen die Original-Unterlagen da sein. Sie telefoniert mit ihrem Chef, der noch weitere 20 Minuten einräumt. Erleichterung und Aufregung. Gut, dass die Hochhäuslers viele Freunde haben, die sie beim Projekt „Mission in Südafrika“ unterstützen. Einer wird angerufen, der sofort losfährt um in der Wohnung der Familie in der Münchner Maxvorstadt die fehlenden Dokumente zu holen. Genau beschreibt Wolfgang Hochhäusler, wo die Ordner der Kinder und Eltern stehen. Erleichterung, als sich der Freunde zwanzig Minuten später meldet und sagt, er sei unterwegs Richtung Flughafen - mit allen Dokumenten. Rechtzeitig trifft er ein und endlich kann die Familie einchecken. Mit elf Koffern und Handgepäck geht es für fünf Kinder zwischen 6 und 16 Jahren auf in ein neues Leben – in ein ungewisses Leben.

Familien-Mission

Die Hochhäuslers gehen in Mission nach Südafrika. „Missio ad gentes“ heißt die Mission, die Papst em. Benedikt XVI. im Jahr 2008 eingeführt hat. Dabei handelt es sich um die päpstliche Aussendung von Familien als weltweite Missionare.

Im Mai 2017 wurde bei einem Treffen des Neokatechumenalen Wegs, eine Gemeinschaft der die Hochhäuslers angehören, ausgelost, dass die Familie nach Südafrika geht. Es folgte ein fünfzehnmonatiges Auf und Ab. Vater Wolfgang, Mittelschullehrer kümmerte sich um den Papierkram – und das hieß immer wieder neue Papiere einreichen: Gesundheitszeugnisse, Führungszeugnisse, Geburtsurkunden und vieles mehr. Mama Ursula sagt ganz offen, dass sie oft Angst hatte. Ihre Zweifel waren groß. Mit neun Kindern (das älteste der 10 Kinder der Familie steht schon selbst im Berufsleben und bleibt in München) nach Südafrika? Mit jedem der Kinder haben die Eltern einzeln gesprochen und es gefragt, ob es mitgeht. Immer wieder habe sie gehofft, eines der Kinder sagt „Nein“. Denn eines war der Familie klar – alle oder keiner. Auch am Flughafen spürt man die Angst der Mutter. „Wenn es klappt, dass wir in zwei Stunden im Flugzeug sitzen, ist es gut, wenn doch noch Papiere fehlen und wir nicht fliegen können, auch“, sagt sie. Zuversicht, gibt ihr der Glaube. „Gott hat immer für uns gesorgt. In jeder Schwangerschaft hatte ich riesige Angst, dass das Kind nicht gesund sein könnte, dass wir es finanziell nicht schaffen könnten mit noch einem Kind. Und jedes Mal wurde alles gut. Gott wird uns auch in Südafrika helfen.“

Sicherheit gab ihr auch ein zehntägiger Besuch mit ihrem Mann an Pfingsten in Kapstadt. Dort lernten sie andere Familien kennen, die bereits dort Mission tun und sie sehr bestärkt und unterstützt haben. Kardinal Reinhard Marx, der ebenfalls gerade Kapstadt besuchte segnete sie und sie fanden ein Haus für die ganze Familie, dass nicht hinter hohen Mauern und Stacheldrähten liegt – davor hatte die Mutter von zehn Kindern besondere Angst.

Tränenreicher Abschied © SMB/sschmid

Vorbereitung des neuen Lebens

1200 Euro pro Monat kostet die Miete des Hauses im Stadtteil Table View. Das Leben ist auch sonst nicht billig in Südafrika. Universtäten sind teuer, Schulen kosten Gebühren. Für die jüngeren Kinder haben die Hochhäuslers bei ihrem Besuch an Pfingsten schon einen Schulplatz gefunden. Das jüngste, Johannes, sechs Jahre, wird dort sogar eingeschult. Er freut sich darauf. Sorge vor der Zukunft kennt er nicht. „Ich kann schon ein bisschen Englisch“, erzählt er. „Affe. Ach, was heißt das nochmal – jetzt habe ich es in der Aufregung vergessen.“ „Monkey“, hilft ihm seine ältere Schwester, die wie die anderen ebenfalls die kirchliche Schule besuchen wird. Diese will der Familie finanziell entgegenkommt. Auf solche „kleine Wunder“, auf die Hilfe Gottes wird die Familie angewiesen sein. Denn als Lehrer wird Wolfgang Hochhäusler, der hier erstmal für ein Jahr beurlaubt ist, nicht arbeiten können. Er hofft, dass er irgendetwas findet, wo er seine Deutschkenntnisse oder andere Fähigkeiten einbringen kann. Der ruhige Familienvater ist überzeugt, dass das klappt. Mit Gottes Hilfe. Am Mittag vor dem Abflug haben sie noch Kardinal Reinhard Marx getroffen, der sie noch einmal gesegnet hat. Das bedeutet ihnen viel.

Über Dubai geht es für die Hochhäuslers nach Kapstadt © SMB/sschmid

Als Vorbild leben

Die Familie will in Kapstadt Vorbild sein, zeigen wie man mit Jesus leben kann. Dass es trotzdem mal Streit gibt und nicht alles immer leicht ist – aber das Gott hilft. Im Herbst kommt noch eine Familie aus Indien, später eine mexikanische und brasilianische Familie nach Kapstadt zur „Mission ad gentes“. Zusammen wollen sie Gottesdienste und Eucharistie feiern, Einheimische einladen und vielleicht irgendwann sogar eine Kirche bauen.

Doch das liegt alles noch in weiter Ferne, als die Familie sich an diesem regnerischen, warmen Spätsommerabend am Münchner Flughafen von Freunden, Verwandten und Bekannten verabschiedet. Die Mädchen liegen ihren Freundinnen in den Armen, weinen, die Junges nehmen es ein bisschen gelassener, Mama Ursula hat Tränen in den Augen, als sie erzählt, wie schwer es ihr fällt fünf Kinder erstmal zurück zu lassen. Sie drückt alle nochmal fest. Papa Wolfgang Hochhäusler wirkt besonnen und organisiert, als er versucht seine Familie, oder den größten Teil, möglichst zügig zur Sicherheitskontrolle zu lotsen – schließlich ist viel Zeit verstrichen. Dann sind sie entschwunden– in ein neues Leben – eines mit viel Ungewissheit, aber Gottes Begleitung.

Die Autorin
Stefanie Schmid
Radio-Redaktion
s.schmid@st-michaelsbund.de


Das könnte Sie auch interessieren

© Wolfgang Hochhäusler

Mission im Jahre 2018 Cookies und Gesang in Südafrika

Anfang September hieß es für die 12-köpfige Familie Hochhäusler aus München auf nach Südafrika. Sie wurden für die "Mission ad gentes" ausgelost und sind nach Kapstadt "berufen" worden. Wie liefen die...

15.10.2018

© Wolfgang Hochhäusler

Familie Hochhäusler in Südafrika Lobpreis in Kapstadt

Anfang September zog es die 12-köpfige Familie Hochhäusler nach Kapstadt. Sie folgte dem Ruf Gottes. Sie will dort missionieren. Über die ersten Erfahrungen schreibt der Vater der Familie, Wolfgang...

15.10.2018

Monat der Weltmission: Aussendung der Gäste aus Äthiopien
© SMB

Solidaritätsaktion missio München startet in Monat der Weltmission

Mit einem traditionellen Aussendungsgottesdienst in Schloss Fürstenried ist missio München in den Monat der Weltmission gestartet. Das ostafrikanische Land Äthiopien steht in diesem Jahr im...

11.10.2018

Ein äthiopischen Priester im Flüchtlingslager Mai Aini.
© SMB

Monat der Weltmission Leben im Flüchtlingslager in Äthiopien

Äthiopien ist das diesjährige Partnerland von missio im Monat der Weltmission. Das Hilfswerk unterstützt dort die Arbeit der Kirche vor Ort. mk online hat einen äthiopischen Priester einen Tag lang...

08.10.2018

Wallfahrt mit der Familie zu Maria Eck
© SMB

Von Ruhpolding bis nach Maria Eck Wallfahrt mit der Familie

Gott sei Dank! Unter diesem Motto fand auch heuer Ende September die Familienwallfahrt von St. Georg, Ruhpolding statt, zu der Kinder, Eltern und Großeltern eingeladen waren. Zusammen wanderten sie...

05.10.2018

Reiner Pittinger studiert einen Lehrbrief.
© privat

Theologie im Fernkurs Was den eigenen Glauben trägt

Reiner Pittinger ist 36, kommt aus Starnberg und ist Sofware-Entwickler. In seiner Freizeit studiert er Theologie im Fernkurs. Das ermutigt ihn, mehr über seinen Glauben zu sprechen.

12.09.2018

© SMB/Schmid

München am Mittag Mission in Südafrika

Familie Hochhäusler will in Kapstadt Vorbild sein und zeigen, wie man mit Jesus leben kann. Am Freitag brachen die Münchner in ihr neues Leben auf. Wir waren beim emotionalen Abschied dabei.

10.09.2018

Mir neun Kindern geht das Paar Hochhäusler im September in die Mission nach Südafrika.
© SMB/sschmid

Mit neun Kindern nach Kapstadt Münchner Familie geht auf Mission nach Südafrika

Sie haben eine schöne, zentrale Wohnung, ein gesichtertes Einkommen, die Kindern gehen zur Schule oder studieren. Die Familie Hochhäusler aus München ist zufrieden. Trotzdem gehen sie jetzt in die...

06.08.2018

Kardinal Reinhard Marx nahm sich ausgiebig Zeit für das Gespräch mit der Münchner Kirchenzeitung.
© Kiderle

Interview mit Kardinal Reinhard Marx "Jetzt bin ich in Bayern zu Hause"

Als gebürtiger Westfale lebt und arbeitet Kardinal Reinhard Marx seit über zehn Jahren in der Erzdiözese München und Freising. Im Gespräch mit der Münchner Kirchenzeitung erklärt er, was er unter...

25.07.2018

Kardinal Marx bei einem Treffen mit dem katholischen Erzbischof von Kapstadt Stephen Brisli (links).
© Deutsche Bischofskonferenz/ATP

Reise nach Südafrika beendet Kardinal Marx würdigt Freiheitskampf gegen Apartheid

Es sei eindrucksvoll, was in diesem Land in den zurückliegenden Jahrzehnten geschaffen worden ist, resümierte Kardinal Reinhard Marx. Dennoch sehe sich Südafrika zunehmenden Problemen als...

30.05.2018

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren