Die Bergold und der Pater Sterben, Vergeben und Heiligwerden

22.10.2019

Die Bergold und der Pater sind dieses Mal mit schwerem Gepäck im Studio gewesen – aber ein Film macht Hoffnung.

Die Bergold und der Pater diskutieren Heiligkeit, Vergebung und das Thema Tod.
Die Bergold und der Pater diskutieren Heiligkeit, Vergebung und das Thema Tod. © SMB

München – Ein ganz schweres Thema hat die Bergold aus ihrem Urlaub mitgebracht: Denn sie war im ehemaligen Konzentrationslager (KZ) Auschwitz. Es war kein leichter Gang und auch in der Reflexion mit Pater Friedrich werden nachdenkliche Töne angestimmt: Wie konnte das passieren, wie sieht die Verantwortung der Nachgeborenen aus und wo war eigentlich Gott? Bei so schwierigen Fragen ist Pater Friedrich ein guter Ansprechpartner. Er stellt nicht nur die Frage, wie man nach dem Holocaust noch an Gott glauben könne, sondern auch: Was bleibt uns noch anderes als zu glauben und zu hoffen?

Aber auch auf einer ganz persönlichen Ebene hat der Besuch im KZ die Bergold sichtlich bewegt. Freimütig gibt sie zu, dass sich bei ihr da einige Perspektiven verschoben haben. Hoffnung hat sie auch in Auschwitz bekommen: Es gibt Jugendliche, die nicht nur auf Klassenfahrt nach Auschwitz kommen, sondern sich freiwillig informieren und bilden. Und so viel Respekt haben, um auf dem ehemaligen KZ-Gelände keine Selfies zu machen.

Die heilige Bergold?

Aber wer die Bergold und den Pater kennt, weiß, dass es in der Sendung ganz so ernst nicht weitergeht. So stößt Tanja Bergolds Plan, in die Riege der Heiligen aufgenommen zu werden, erst einmal auf Gelächter und Verwirrung. Aber so ganz absurd ist das dann doch nicht. Denn: Wie Papst Franziskus sagte, gibt es quasi eine zweite Sorte von Heiligen. Die müssen keine Wunder vollbracht oder einen schrecklichen Märtyrer-Tod gestorben sein. Beste Voraussetzungen also, oder? Aber da fallen Pater Friedrich doch noch ein paar kleinere Hindernisse ein ...

Sendungspraktikant Thomas bringt wieder mal ein obskures Thema mit: „Death Cafés“ sind lose Treffen von ganz unterschiedlichen Menschen, die über das Thema Tod reden. Erfunden hat das ein Schweizer und inzwischen ist die Idee vom „Café Totentanz“ – wie sie in Deutschland heißen – vor allem im angelsächsischen Raum sehr verbreitet. Dabei sind das keine Selbsthilfegruppen, sondern einfach Orte, wo Menschen die Gelegenheit haben, über ein Tabuthema zu sprechen. Wo kann man auch sonst über den Tod wirklich offen reden? Tanja Bergold jedenfalls spricht nicht mit Freundinnen über das Thema – und auch nicht mit Pater Friedrich. Aber ist das nicht eigentlich seine Kernkompetenz? Die Frage nach dem Tod und allem, was dazu gehört und hoffentlich danach noch kommt?

Und am Ende geht es noch ins Kino. Obwohl der Pater erklärt, eigentlich kein Kinogänger zu sein. Aber der Vorschlag von der Bergold reizt ihn dann doch: Bei „Das größte Geschenk“ geht es nämlich schon wieder um ein ganz originäres Thema der Kirche: Vergebung.

Der Autor
Thomas Stöppler
Volontär
t.stoeppler@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Tod und Sterben

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