Reformprozess Synodaler Weg sollte digitale Möglichkeiten weiter nutzen

08.02.2021

Zwei Tage hat die Synodalversammlung per Onlinekonferenz getagt. Das Format war coronabedingt so gewählt worden. Doch es sollte keine Ausnahme bleiben, meint Katharina Sichla.

Blick auf Person im Schneidersitz, die an einem Laptop arbeitet
Durch Onlinekonfernezen wäre es möglich sich beim Synodalen Weg kurzfristig auszutauschen. © asiandelight - stock.adobe.com

Erinnern wir uns: Als wir vor einem Jahr noch ein Arbeitstreffen mit Kollegen aus unterschiedlichen Städten vereinbaren wollten, wurden erstmal die Terminkalender gezückt. Wer kann an welchem Tagen wohin fahren, waren die Fragen. Ein Termin konnte sich so schnell weit nach hinten verschieben. Heute sieht das anders aus: Videokonferenz ist das Zauberwort. Anfahrtswege fallen weg und genau das birgt auch eine Chance. Schnell und kurzfristig können Dinge besprochen werden.

Pandemie verzögert Reformprozess

Vergangene Woche haben sich die Mitglieder des Synodalen Weges zu einer Onlinekonferenz zusammengefunden. Zuvor ist der Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland durch die Pandemie ins Stocken geraten. Sollte er 2021 beendet sein, ist nun schon von 2022 die Rede. Die Videokonferenz mit über 250 Teilnehmern lief in weiten Teilen gut. Es wurde sich auf den aktuellen Stand gebracht und es gab die Möglichkeit Rückmeldung zu den bisher erarbeiteten Papieren zu geben.

Weiterarbeit an Themen könnte beschleunigt werden

Die nächste Versammlung soll im Herbst stattfinden. Dann hoffentlich wieder in Präsenz. Doch warum bis dahin warten? Warum nicht dazwischen digitale Treffen veranstalten, um auf den neusten Stand zu bleiben. Gerade zum jetzigen Zeitpunkt, wo noch um beschlussfähige Papiere gerungen wird, kann ein regelmäßiger Austausch nur förderlich sein. Zwischenstände könnten schneller kommuniziert werden. Kurzfristige Rückmeldungen wären möglich. Das Weiterarbeiten an einem Thema könnte so beschleunigt werden. Auch zu aktuellen Geschehnissen, die die Versammlung betreffen, könnten Diskussionen stattfinden. Ich gebe zu, dass dann die unbefangenen Gespräche in der Pause mit jemandem, der eine ganz andere Meinung hat, wegfallen. Und die sind gerade bei einem solchen Prozess sehr wichtig. Doch bis das wieder möglich ist, sollten die digitalen Möglichkeiten in der vollen Bandbreite ausgenutzt werden. Schaden kann das nicht – ganz im Gegenteil!

Die Autorin
Katharina Sichla
Teamleiterin mk online
k.sichla@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Synodaler Weg

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