Dramatische Lage in den Flüchtlingslcamps Syrer fliehen vor möglichem Militärschlag

07.09.2013

Aus Angst vor einem möglichen militärischen Eingreifen der USA haben in den vergangenen Tagen tausende Syrer das Land verlassen. Dabei sind die Kapazitäten der Flüchtlingslager in den Nachbarstaaten eigentlich schon erschöpft.

(Bild: imago)

Hunger, Elend, verstörte Kinderaugen – Das sind die Botschaften, die Deutschland aus den Lagern syrischer Flüchtlinge in Jordanien und dem Libanon erreichen. Nun besteht die Gefahr, dass sich die ohnehin schon dramatischen Zustände noch einmal deutlich verschlechtern. Rund 2 Millionen Syrer haben das Land bereits verlassen, doch in den vergangenen Tagen ist der Flüchtlingsstrom extrem angewachsen. Pro Stunde etwa 1000 neue Flüchtlinge hat eine Mitarbeiterin von Caritas-Libanon am Hauptgrenzübergang zwischen Damaskus und Beirut gezählt. Viele weitere seien innerhalb des Landes geflohen, so Christopher Klitsch-Ott, Referatsleiter für Afrika und den Nahen Osten bei Caritas International im Interview mit den Münchner Kirchennachrichten. Seitdem die USA öffentlich einen Militärschlag erwägen, habe sich die Situation in den Flüchtlingslagern bereits verschlechtert. Die Sicherheitslage im Libanon sei extrem angespannt. Die Hisbollah habe Straßensperren errichtet und kontrolliere Autos, in Städten wie Tripoli sei es zu Schießereien gekommen, so Klitsch-Ott. Zudem sei der Libanon jenseits jeder Aufnahmekapazität und benötige dringend internationale Unterstützung. Ähnlich sehe die Situation in Jordanien aus. Besonders mit Blick auf den kommenden Winter benötigten die Menschen in den Flüchtlingslagern dringend mehr Hilfen, da viele der Zeltstädte in Regionen stehen, in denen es in den kommenden Monaten sehr kalt werden kann. Die Spendensituation sei leider sehr schlecht, so dass man auf Unterstützung der Bundesregierung und auf Kirchensteuergelder angewiesen sei. Einem Militärschlag steht Christopher Klitsch-Ott sehr skeptisch gegenüber. Das derzeit geplante sehr kurze Eingreifen, werde seiner Ansicht nach mehr humanitäres Leid verursachen und wenig zur Lösung der Probleme beitragen. (cs)


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