Woche der Goldhandys von missio Telefonieren mit Edelmetall

07.11.2018

Über 124 Millionen ausgediente Handys liegen ungenutzt in deutschen Schubladen. "Mach mehr aus deinem alten Handy: Es ist Gold wert!" - missio München hat eine Aktion dazu gestartet.

Goldsucher in Burkina Faso © Jörg Böthling/missio München

München – 2.000 bis 3.000 Tonnen Gold werden weltweit jährlich abgebaut. Nur ein Gramm Gold ist nötig für 41 Mobiltelefone. Doch um diese Menge an Edelmetall einsetzen zu können, muss eine Tonne Golderz abgebaut werden; und das geschieht in Bergwerken oft unter menschenunwürdigen Bedingungen, besonders in Afrika. Auf diese Zusammenhänge weist unter www.missio-goldhandys.de ein multimediales Web-Dossier des internationalen katholischen Missionswerks missio München hin. Anlass ist die "Woche der Goldhandys", die noch bis 11. November dauert.

"Viele unserer Produkte haben ihren Ursprung in den Ländern des Südens", sagt missio-Präsident Wolfgang Huber. Wenn dort unter unwürdigen Bedingungen Rohstoffe abgebaut werden, "hat das direkt mit uns zu tun". Die Handy-Aktion sei ein Aufruf, sich darüber bewusst zu werden und aktiv etwas zum Positiven zu verändern.

Mit dem Kolpingwerk Deutschland, der Katholischen Landjugendbewegung und der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg wirbt missio darum, ausrangierte Handys zu spenden. Die Geräte werden von der Firma "mobile box" aus Köln gesammelt und wiederverwertet. Vom Erlös sollen pro Handy zwischen 50 Cent und 1 Euro, je nachdem ob ein Handy wiederbenutzt werden kann oder die Einzelteile recycelt werden, in Hilfsprojekte von missio fließen, etwa in Burkina Faso oder im Kongo. „In Burkina Faso arbeiten viele Kleinschürfer unter lebensbedrohlichen Umständen. Wir unterstützen dort Schulprojekte. Im Kongo helfen wir mit einem Traumazentrum. Seit mehr als 20 Jahren tobt im Osten der Demokratischen Republik Kongo einer der blutigsten Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg, da ist diese Hilfe dringend notwendig“, erklärt Barbara Brustlein, Leitung Abteilung Kommunikation bei missio München. Angenommen wird jedes Handy: „Zu alt oder zu neu gibt es nicht“, sagt Brustlein lachend.

Alle Abgabestellen und weitere Informationen finden Sie hier. Eine Abgabe ist auch nach der Woche der Goldhandy noch möglich.

Die Autorin
Stefanie Schmid
Radio-Redaktion
s.schmid@st-michaelsbund.de


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